Seltener DDR-Zug nach Restauration auf Probefahrt

Von Daniel Josling

Halberstadt - Nach Problemen an der Elektrik und der Bremsanlage im vergangenen Jahr ist ein restaurierter DDR-Schnelltriebwagen vom Typ SVT Görlitz erstmals wieder zu einer Probefahrt unterwegs gewesen.

Der SVT Görlitz stoppte unter anderem im Bahnhof von Wernigerode.
Der SVT Görlitz stoppte unter anderem im Bahnhof von Wernigerode.  © Matthias Bein/dpa

"Das ist die erste Werksprobefahrt gewesen", sagte Gunnar Kloß von der SVT Görlitz gGmbH über die Testfahrt des historischen Zuges auf der Bahnstrecke zwischen Halberstadt und Blankenburg (Landkreis Harz).

Die gemeinnützige Gesellschaft organisiert das Projekt rund um den Schnellzug und hat ihn vom Deutsche-Bahn-Museum in Nürnberg (Bayern) angemietet. Die technische Aufarbeitung erfolgt derzeit im Werk des Unternehmens VIS Verkehrs Industrie Systeme GmbH in Halberstadt.

Der vierteilige Zug war nach der Fahrt am Dienstag unter anderem im Bahnhof Wernigerode zu sehen. Auf dem Werksgelände in Halberstadt sei der Triebwagen bereits seit Längerem zu Testzwecken bewegt worden, erklärte Kloß.

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Jetzt stünden weitere Schritte an. "Jetzt geht es mit Probefahrten, Abnahmefahrten und Ausbildungsfahrten weiter", sagte Kloß.

Ziel sei es, im zweiten Quartal erstmals wieder Fahrgäste zu befördern.

DDR-Prestigezug für internationalen Verkehr

Nach einer langen Restauration ging der Schnellzug auf Probefahrt.
Nach einer langen Restauration ging der Schnellzug auf Probefahrt.  © Matthias Bein/dpa

Hinter dem Projekt steht eine Initiative von rund 80 Ehrenamtlichen. Sie sammeln Spenden und Fördermittel und bringen auch Eigenleistungen bei der Restaurierung ein.

Der Zug wurde dafür in Halberstadt in Tausende Einzelteile zerlegt und umfassend aufgearbeitet – von Motoren und Kühlereinheiten über Fenster bis hin zu historischen Leuchten und neu gewebten Gardinen.

Der SVT Görlitz galt einst als Prestigezug der Deutschen Reichsbahn im internationalen Verkehr. Mit seiner stromlinienförmigen Front und der markanten Nase war er zur Bauzeit ein technisches Novum.

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Acht Züge dieses Typs wurden zwischen 1963 und 1968 gebaut, nur drei sind heute noch in Teilen erhalten.

Der Schnelltriebwagen war für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde zugelassen. Auf den Strecken der Reichsbahn galt allerdings meist ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern. Der Zug verband einst unter anderem Berlin mit Prag und Wien.

Geplant ist, dass er künftig rund 40- bis 50-mal im Jahr unterwegs ist und für Charterfahrten gebucht werden kann. Die Einnahmen sollen langfristig auch künftige Wartungen und Hauptuntersuchungen finanzieren.

Titelfoto: Matthias Bein/dpa

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