Trotz weniger Armutsrisiko: Sachsen-Anhalt weiterhin über dem Durchschnitt
Von Daniel Josling
Halle - In Sachsen-Anhalt sind 2025 weniger Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht gewesen als im Jahr zuvor.
Wie das Statistische Landesamt mitteilte, lag die Quote bei 24,1 Prozent - das war ein Rückgang um 1,8 Prozentpunkte im Vergleich zu 2024.
Bereits im Vorjahr war der Anteil der von Armut bedrohten Menschen gesunken. 2023 hatte er noch bei 28,2 Prozent gelegen.
Trotz der Verbesserung liegt Sachsen-Anhalt weiterhin über dem Bundesdurchschnitt: Deutschlandweit waren 2025 rund 21,2 Prozent der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.
Als armutsgefährdet gelten Menschen, deren Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Einkommens liegt.
In Sachsen-Anhalt traf das 2025 auf 21,3 Prozent der Bevölkerung zu. Für Alleinlebende lag diese Schwelle bundesweit bei 1445 Euro netto im Monat, für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern bei 3034 Euro.
Geringe Erwerbsbeteiligung als Risiko
Ein weiterer Risikofaktor ist eine geringe Erwerbsbeteiligung im Haushalt. Rund 13 Prozent der Unter-65-Jährigen lebten 2025 in Haushalten, in denen kaum gearbeitet wurde. Auch dies gilt als Hinweis auf drohende soziale Ausgrenzung. Deutlich kleiner ist die Gruppe der Menschen, die sich viele Dinge im Alltag aus Geldmangel nicht leisten können. Dazu zählen etwa Haushalte, die Rechnungen nicht pünktlich bezahlen oder sich keinen Urlaub leisten können. Ihr Anteil lag bei 3,8 Prozent.
Die Daten stammen aus der europaweiten Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (European Union Statistics on Income and Living Conditions), die in Deutschland in den Mikrozensus integriert ist.
Titelfoto: Jan Woitas/dpa
