Weniger Kinder in Kitas in Sachsen-Anhalt: Jetzt wird Personal gekürzt
Von Christopher Kissmann
Magdeburg - Sinkende Kinderzahlen führen in Sachsen-Anhalt zu personellen Anpassungen in den Kitas. Nach Angaben der Arbeiterwohlfahrt (Awo) werden etwa befristete Verträge teils nicht verlängert.
"Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese Maßnahmen nicht überall ausreichen und als letztes Mittel auch Kündigungen nicht ausgeschlossen werden können", sagte ein Awo-Sprecher auf Anfrage.
Wie der Rückgang der Kinderzahlen aufgefangen werde, unterscheidet sich jedoch von Kommune zu Kommune.
Am 1. März waren laut dem Statistischen Landesamt 20.763 Personen in den 1792 Kindertageseinrichtungen in Sachsen-Anhalts tätig. Das sind 783 Personen beziehungsweise vier Prozent weniger als im Vorjahr.
Im Land werden seit 2017 Jahr für Jahr weniger Kinder geboren. 2025 kamen in Sachsen-Anhalt mit 11.978 Lebendgeborenen so wenige Kinder zur Welt wie nie zuvor seit der Wiedervereinigung.
Personelle Anpassungen in Kitas: Andere Job-Möglichkeiten sollen geprüft werden
Das wirkt sich auf die Kitas und deren Träger im Land aus. "Bei der Personalplanung versuchen die Träger, vorausschauend zu reagieren", sagte der Awo-Sprecher.
Die Vorausschau auf Renteneintritte, Prüfung alternativer Beschäftigungsmöglichkeiten in anderen Bereichen sozialer Arbeit oder Zusammenlegung von Einrichtungen sollen dazu beitragen, abrupte Veränderungen zu vermeiden.
Das Bistum Magdeburg berichtet für einen Teil seiner Einrichtungen von fünf bis 20 freien Plätzen je Kita. Zwei Einrichtungen wurden zuletzt geschlossen.
"Es mussten teils Dienstverhältnisse gekündigt oder Verträge nicht verlängert werden", sagte eine Sprecherin des Bistums. "Außerdem gab es Anpassungen von bestehenden Dienstverträgen, Anpassung von Öffnungszeiten, um Randbetreuungszeiten zu verkürzen, oder Zusammenlegungen von Betreuungsgruppen."
Für 2027 seien aktuell keine weiteren Stellenabbaumaßnahmen geplant.
Titelfoto: Patrick Pleul/dpa

