Achtung, Vergiftungsgefahr: Knollenblätterpilze wachsen in Sachsens Wäldern
Chemnitz - Er gehört zu den gefährlichsten Pilzen der Welt und wächst derzeit in Massen in Sachsens Wäldern: der Knollenblätterpilz.
Auch in den Wäldern rund um Chemnitz, wie dem Rabensteiner Wald, ist der Knollenblätterpilz derzeit zu finden. Auf relativ kleinem Raum wachsen oft mehrere Pilze in unmittelbarer Nachbarschaft. Überwiegend ist da der Gelbe Knollenblätterpilz zu finden, der zwar etwas weniger gefährlich als sein grüner Bruder ist, von dem man aber trotzdem die Finger lassen sollte.
Bei beiden Pilzarten handelt es sich um giftige Pilze.
Der Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita Citrina) hat einen zitronengelben, gelben, gelbgrünen, teilweise aber auch gelbbraunen bis elfenbeinweißen Hut. Auf der Oberseite, der Huthaut befinden sich leicht klebrige bis flockige Hüllreste. Er riecht nach rohen Kartoffeln, manche Personen empfinden den Geruch auch als kohl- oder rettichartig, wonach der Pilz auch schmecken soll.
Der Gelbe Knollenblätterpilz ist leicht giftig, und durch Kochen wird das Gift zerstört. Er enthält Bufotenin (Krötengift), was auf den Kreislauf geht und halluzinogen wirkt.
Gift kann tödlich sein
Abgesehen davon, dass der Gelbe Knollenblätterpilz ungenießbar ist, besteht auch eine große Verwechslungsgefahr mit dem Grünen Knollenblätterpilz (Amanita phalloides), dessen Gift tödlich sein kann. Sein Hut ist leicht grün, gelb, ocker, bräunlich oder in verschiedenen Olivtönen. Er ist weitestgehend geruchlos, wird aber auch als Heu-artig, süßlich oder aasartig wahrgenommen.
Was den Grünen Knollenblätterpilz so gefährlich macht, sind ein Giftstoff namens Amatoxine und das dazugehörige α-Amanitin (auch beim Weißen und beim Kegelhütigen Knollenblätterpilz zu finden). Das Gift ist dahingehend tückisch, weil erst nach sechs Stunden erste Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Halluzinationen auftreten, die sich dann aber wieder bessern.
Doch schon nach 24 Stunden greifen die Giftstoffe die Leber an und zerstören sie. Im schlimmsten Fall kann das zu Leberversagen und dem Tod führen. Deshalb warnt auch die Deutsche Leberstiftung vor dem Sammeln von Waldpilzen: "Der Knollenblätterpilz lauert überall."
Reine Knollenblätterpilz-Vergiftungen sind in Chemnitz glücklicherweise recht selten, wie das Klinikum auf Anfrage mitteilt. "Bei uns maximal ein Patient im Jahr, und selbst da stellt sich oft relativ schnell heraus, dass es doch andere Pilze waren", so eine Sprecherin.
Wenn der Verdacht auf eine Pilzvergiftung besteht, sollte man je nach Schwere der Symptome unverzüglich ärztlichen Rat einholen oder den Rettungsdienst alarmieren. "Reste der Pilzmahlzeit und von Erbrochenem erleichtern die Analyse des Gifts, damit die richtige Therapie eingeleitet werden kann", raten die Experten aus dem Klinikum. Von Hausmitteln wie Milch oder selber Erbrechen auslösen sollte man die Finger lassen.
Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

