Am Staudreieck Nossen: Laster-Verbot als Verkehrsversuch
Nossen - Seit Jahren leiden A4- und A14-Anrainer unter den Brummi-Kolonnen, die sich bei Stau auf der Autobahn durch ihre Ortschaften ziehen. Von Siebenlehn bis Wilsdruff soll damit nun Schluss sein: Das Infrastrukturministerium schiebt einen Verkehrsversuch an, wonach die nächsten zwei Jahre nur noch höchstens Siebeneinhalb-Tonner die Pisten verlassen dürfen.
Die Staatsstraßen S 36, S 195 und S 196 in den Landkreisen Mittelsachsen, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge werden auf 7,5 Tonnen beschränkt. Das teilte das Ministerium mit.
Die Beschränkungen bekommen die Lasterfahrer auch via sächsischen Info-System direkt ins Navi eingespeist. Eine Versuchserweiterung wird derzeit für die S 177 in Meißen und die Stadt Wilsdruff geprüft.
"Fern- und Schwerverkehr gehört auf die dafür vorgesehenen Autobahnen und nicht in kleine und kleinste Ortschaften, in denen Kinder zur Schule gehen, Busse fahren, Rettungswege frei bleiben müssen und die Menschen gut leben sollen", sagte Ministerin Regina Kraushaar (61, CDU).
Mit dem Verkehrsversuch sorge man für Schutz und Ordnung, "und wir prüfen zugleich belastbar, was wirkt".
Verkehrsversuch soll Sinnhaftigkeit eines dauerhaften Konzeptes untersuchen
Laut Wilsdruffs Beigeordnetem Carsten Hahn (46) kam die Idee dafür aus Wilsdruff, Klipphausen, Nossen und Reinsberg. Die Kommunen hatten mit einem Ingenieurbüro untersucht, wer wann wo fährt, wenn die Autobahn voll ist.
Abgeglichen mit Daten vom Landesamt präsentierten die Gemeinden am Ende des letzten Jahres ihr Verkehrskonzept. "Wir konnten dem Freistaat mit seinen eigenen Zahlen vorrechnen, wie sehr die Menschen in den Ortsteilen belastet sind. Insofern freuen wir uns sehr, wie schnell das umgesetzt werden konnte", so Hahn zu TAG24.
2021 stand Wilsdruff quasi ein Jahr im Stau. Auch, weil die Baustelle am Dreieck Nossen mit 96 Crashs zum Unfall-Hotspot wurde.
Am Ende des wissenschaftlich begleiteten Verkehrsversuchs soll überprüft werden, ob ein dauerhaftes Konzept Sinn ergibt. Bis dahin bleiben die Anrainer vom gröbsten Lärm und den stinkenden Abgasen verschont.
Titelfoto: Montage: Thomas Türpe, Steffen Füssel

