Dresden - Teure Arbeitskosten, fehlende Erntehelfer und Wetterextreme: Regionale Äpfel, Birnen und Beeren könnten nach Einschätzung des Obstbauverbandes Sachsen künftig noch seltener in den Regalen liegen.
Obsternte - das ist zum großen Teil Handarbeit. Steigende Arbeitskosten treffen den Obstbau deshalb besonders stark.
"Weil Ernte, Sortierung und Pflege nur teilweise mechanisiert werden können", sagt Verbands-Chefin Carmen Stefanie Kaps (41). Gleichzeitig konkurrierten die hiesigen Erzeuger mit Importobst aus Ländern mit deutlich niedrigeren Produktionskosten.
"Bei arbeitsintensiven Kulturen kann das dazu führen, dass sich bestimmte Kulturen wirtschaftlich nicht mehr lohnen und Flächen aufgegeben oder nicht wieder neu bepflanzt werden", beschreibt Kaps die Folgen.
Und: Werde eine Obstanlage gerodet, lasse sich die heimische Produktion nicht kurzfristig wieder aufbauen. Entscheidungen über Rodung oder Neupflanzung wirkten sich deshalb über viele Jahre aus, so Kaps.
Saisonarbeitskräfte sind für die Obstbaubetriebe unverzichtbar, die Ernte großer Mengen muss oft innerhalb weniger Wochen erfolgen. Es werde jedoch schwieriger, genügend Helfer zu finden, erzählt Kaps. Ihr Verband fordert daher weniger Bürokratie und rechtssichere Regeln auch für die Beschäftigung von Arbeitskräften aus Drittstaaten.