Rettungs-Revolte in Rödern: Eltern kämpfen um die einzige Dorfkita

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Von Dominic Jentzsch

Ebersbach - Die Gemeinde Ebersbach (14 Ortsteile, Kreis Meißen) setzt den Rotstift an und möchte die geliebte Traditions-Kita im Ortsteil Rödern (knapp 600 Einwohner) dichtmachen. Doch wer glaubt, die "Röderspatzen" würden ihre Schnäbel halten, hat sich geschnitten: Mit einer Petition wollen Eltern die Politiker zum Einlenken bringen.

Anne Roßberg (33) kämpft für sich und ihre Tochter (3) um den Erhalt der einzigen Kita im Dorf.
Anne Roßberg (33) kämpft für sich und ihre Tochter (3) um den Erhalt der einzigen Kita im Dorf.  © Bonss

Täglich bringt Anne Roßberg (33) ihre dreijährige Tochter in die Kita "Röderspatzen" - doch wie lange noch? Die Kinderzahlen in der Gemeinde sind rückläufig - nach dem Willen der Verwaltung soll in der Röderner Kita im September 2028 endgültig Schluss sein.

Vor zwei Wochen haben Eltern Plakate im ganzen Ort verteilt, um auf die drohende Schließung aufmerksam zu machen: "Als letzten Mittwoch aber die Beschlussvorlage für die nächste Sitzung des Gemeinderates veröffentlicht wurde, dachte ich mir, dass ich mehr tun muss."

Am Montag startete sie auf der Plattform Campact eine Petition für den Erhalt aller Kitas in Ebersbach, die mittlerweile von weit über 800 Unterstützern unterzeichnet wurde.

Jeder in Rödern weiß um die Bedeutung der Kita

Die Röderner Kita ist das pulsierende Herz des Ortes - aber wie lange noch?
Die Röderner Kita ist das pulsierende Herz des Ortes - aber wie lange noch?  © Bonss

"Wir sind ehrlich gesagt nicht wirklich überrascht, aber überwältigt von dem Erfolg", freut sich Anne Roßberg. Denn jeder in Rödern weiß um die Bedeutung der Kita.

"Sie ist das Herz des Ortes", meint sie, "denn hier finden Sommerfeste, Weihnachtssingen und Geburtstage statt … und wenn die Kita schließt, gibt’s hier kein Leben mehr."

Sie bezweifelt, ob sich junge Familien dann hier noch niederlassen würden. Anwohnerin Gudrun Nicklisch (69), die selbst Erzieherin war, wäre traurig, wenn die Kita schließen würde: "Die Gaststätte im Ort hat zugemacht, der Bäcker macht bestimmt auch nicht mehr lange - was haben wir dann noch?"

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Ob es wirklich so weit kommt, entscheidet der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag. "Ich hoffe, dass sie verstehen, dass es dabei nicht nur um Wirtschaftlichkeit geht", sagt Anne Roßberg und ergänzt: "Kinder sind keine Kostenstellen."

Titelfoto: Bonss

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