Riesa - Egon Olsen hatte immer einen Plan. Sebastian Kujath (47) tüftelt noch dran. Denn der Inhaber des Olsenbande-Minimuseums in Riesa steckt in der Bredouille. Er möchte zwar Werbung für seine originelle Sammlung machen - kann sie sich aber nicht leisten. Deshalb kündigte Kujath sogar die Schließung des Museums an.
"Schuld" daran ist die Olsenbande selbst, beziehungsweise der markante Scherenschnitt des legendären, dänischen Film-Trios. Egon, Benny und Kjeld zieren das Logo des nur acht Quadratmeter großen Museums in der Wohnung von Kujath.
"Das ist auch in Ordnung - solange kein kommerzieller Nutzen daraus gezogen wird", sagt Petra Sumser (a22media GmbH), die seit Jahren die exklusiven Olsenbande-Merchandising-Rechte im deutschsprachigen Raum von der Filmgesellschaft Nordisk innehat.
Nun will aber Kujath sein Museum bekannter machen. "Autowerbung wäre ideal und überall zu sehen. Deshalb wollte ich mir auf meinen Renault das Logo folieren lassen. Macht 1000 Euro für die Lizenz, das Folieren kostet 1600 Euro. So viel Geld habe ich nicht", bedauert Kujath.
Also machte er sich auf die Suche nach Sponsoren. "Die Sponsoren wollte ich wie bei einem Rennauto auch auf meinem Wagen platzieren." Doch dann wird es kommerziell - und ist nicht gestattet.
Olsenbande-Fans über Misere: "Ist wie ein Stich ins Herz"
"Auch wenn die Olsenbande in Ostdeutschland so viele Fans hat und fast als Allgemeingut angesehen wird, ist sie keines. Sie darf weder für politische Zwecke noch für Sponsorenwerbung benutzt werden", stellt Petra Sumser klar.
Für die wohl größten Olsenbande-Fans Sebastian Kujath und seine Lebensgefährtin Yvonne (40, heißt wirklich so) ist das mehr als ein Problem. "Es ist wie ein Stich ins Herz", sagt Kujath. "Wir wollen doch mit dem Museum kein Geld verdienen, sondern die Olsenbande lebendig halten."
Vom Obolus (5 Euro) werden Gäste mit Kaffee und Kuchen bewirtet.