Dresden/Chemnitz - Fahrbahn-Erneuerungen, Brücken-Sanierungen und Neubauten: Insgesamt 170 Millionen Euro will der Bund 2026 ausgeben, um Sachsens Autobahnen fit für den Verkehr und die Zukunft zu machen. Für Autofahrer könnte das mancherorts zur Geduldsprobe werden - besonders am Kreuz Chemnitz.
Sachsens Autobahnen sind in die Jahre gekommen. Vor allem der enorme Schwerlastverkehr und das hohe Verkehrsaufkommen haben zu einem hohen Investitionsbedarf geführt. Insgesamt 170 Millionen Euro vom Bund stehen bereit für Erhalt und Ausbau.
"Das ist ein Betrag, der nicht jedes Jahr zur Verfügung steht", ordnete Christian Milster (54) am Mittwoch ein. Er leitet die Außenstelle Dresden der Autobahn GmbH des Bundes. Zum Vergleich: In den Vorjahren gab es jeweils rund 130 Millionen Euro.
Milster rechnet in den kommenden zehn bis 15 Jahren mit erhöhter Bautätigkeit auf Sachsens Autobahnen.
Der Grund: Viele Bauwerke und Fahrbahnen sind so schadhaft oder alt, dass sie ihrem Lebensende entgegenblicken. Ungewiss ist allerdings, ob die für Erhalt und Ausbau benötigten Mittel auch umfangreich fließen werden.
Baumaßnahmen rund ums Chemnitzer Kreuz haben bereits begonnen
Schwerpunkte der Baumaßnahmen 2026 sind die A4 im Bereich des Autobahnkreuzes Chemnitz und in Ostsachsen sowie die A72 und A38 im Bereich Leipzig. Milster verfolgt das Ziel, sämtliche Baumaßnahmen bei laufendem Verkehr abzuwickeln.
Die Baumaßnahmen rund ums Chemnitzer Kreuz haben bereits begonnen. Bis Weihnachten soll dort gebaggert, gebuddelt und saniert werden - auch an Brücken.
Zudem sind Verkehrszeichenbrücken (davon vier Großverkehrszeichenbrücken, die über beide Fahrbahnen gehen) zu ertüchtigen. Zeitweise wird es auch nötig sein, dass Abfahrten geschlossen werden.
Der Lückenschluss der A72 zwischen Chemnitz und Leipzig wird für Ende 2027 anvisiert. Der Kippenboden sowie das Aufbringen von sogenanntem offenporigen Asphalt (im Volksmund "Flüsterasphalt" genannt) stellen die Autobahn-Bauer vor Herausforderungen.
Voraussichtlich am Jahresende wird kurzzeitig die A 14 bei Grimma gesperrt werden müssen für die Sprengung der Muldebrücke. Der Verkehr läuft ab dann über die unmittelbar daneben gebaute Behelfsbrücke weiter.