Bei ihm leben sogar Alpakas, Fischotter und Kängurus: Wie Falkner Peter zum eigenen Zoo kam

Weinböhla - Mitten im grünen Idyll hat sich Falkner Peter Schaaf (54) seinen ganz eigenen kleinen Zoo aufgebaut: Denn auf seinem Jagdfalkenhof am Stadtrand von Weinböhla tummeln sich neben Riesenseeadlern und Uhus auch Alpakas, Kängurus, Servale und Fischotter.

Fischotter-Dame Erika hat Falkner Peter Schaaf (54) dank Handaufzucht ihr Leben zu verdanken.  © Thomas Türpe

Seine Tierliebe wurde ihm dabei quasi in die Wiege gelegt: "Mein Vater und Onkel waren Ornithologen. Schon mit neun hab ich einen verletzten Waldkauz gefunden und aufgepäppelt."

Eigentlich wollte er Bio- und Sportlehrer werden, doch die Vögel ließen ihn nicht mehr los. Vor rund 20 Jahren machte er also Jagd- und Falknerschein.

Geboren in Oppach, lebte er viele Jahre an der nordfriesischen Küste. "2008 bin ich dann zurück nach Sachsen gekommen." Und eröffnete schließlich seinen Jagdfalkenhof.

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Seither verdient er seinen Lebensunterhalt vor allem mit Greifvogel-Shows auf Schloss Proschwitz und "Umweltbildungs-Angeboten" für Schulklassen. Dabei zeigt er nicht nur spektakuläre Flugkünste, sondern vermittelt auch Wissen über Lebensräume und den Schutz der Tiere.

Die Vogelgrippe brachte ihn dann in die Bredouille: Seit Oktober galt Show-Verbot. "Mir sind rund 6000 Euro weggebrochen. Geld, das ich eigentlich fürs Futter brauche."

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Servale wie Balu (etwa 3 Jahre) sind afrikanische Wildkatzen und dürfen nur unter besonderen Bedingungen gehalten werden.  © Thomas Türpe
Die Kängurus wurden bei einer Grenzkontrolle entdeckt und beschlagnahmt, bevor sie auf dem Jagdfalkenhof ein Zuhause fanden.  © Thomas Türpe

Einige Tiere stammen aus Beschlagnahmungen

In Zukunft könnte sich Falkner Schaaf vorstellen, dass die Alpakas für tiergestützte Therapien eingesetzt werden – denn seine Partnerin ist Psychologin.  © Thomas Türpe

Umso größer die Erleichterung, dass das Verbot nun rechtzeitig zum Saisonstart aufgehoben wurde. Denn auf dem Hof wollen viele Mäuler gestopft werden: sechs Alpakas, drei Kängurus und zwei Servale gehören inzwischen dazu.

Viele dieser sogenannten "Exoten" stammen aus beschlagnahmten Tiertransporten: "Durch die verstärkten Grenzkontrollen nimmt auch die Anzahl der beschlagnahmten Tiere zu. Bei mir wurden die Tiere erstmal untergebracht."

Nach Abschluss der Verfahren kaufte er sie dem Freistaat ab - und behielt sie.

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Noch ist Schaafs privater Streichel-Zoo nicht für Besucher gedacht. Perspektivisch kann er sich allerdings vorstellen, dass "die Alpakas für tiergestützte Therapien eingesetzt werden. Meine Partnerin ist nämlich Therapeutin".

Die Greifvogel-Shows des Falkners finden ab 4. April wieder am Weinberghaus in Proschwitz statt. Auch Riesenseeadler-Dame Stella (9) wird dabei sein.  © Thomas Türpe

Besonders ans Herz gewachsen sind ihm allerdings die Fischotter Erika und Otto. Während Otto meist im Freien herumstromert ("Nahezu einmalig"), hängt die Fischotter-Dame sehr an dem Falkner: "Sie wurde im Oktober in Moritzburg gefunden, wog nur ein paar Gramm und war fast tot."

Handaufzucht sei Dank ist sie nun quietschfidel. Infos: jagdfalkenhof-schaaf.de

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