Weinböhla - Mitten im grünen Idyll hat sich Falkner Peter Schaaf (54) seinen ganz eigenen kleinen Zoo aufgebaut: Denn auf seinem Jagdfalkenhof am Stadtrand von Weinböhla tummeln sich neben Riesenseeadlern und Uhus auch Alpakas, Kängurus, Servale und Fischotter.
Seine Tierliebe wurde ihm dabei quasi in die Wiege gelegt: "Mein Vater und Onkel waren Ornithologen. Schon mit neun hab ich einen verletzten Waldkauz gefunden und aufgepäppelt."
Eigentlich wollte er Bio- und Sportlehrer werden, doch die Vögel ließen ihn nicht mehr los. Vor rund 20 Jahren machte er also Jagd- und Falknerschein.
Geboren in Oppach, lebte er viele Jahre an der nordfriesischen Küste. "2008 bin ich dann zurück nach Sachsen gekommen." Und eröffnete schließlich seinen Jagdfalkenhof.
Seither verdient er seinen Lebensunterhalt vor allem mit Greifvogel-Shows auf Schloss Proschwitz und "Umweltbildungs-Angeboten" für Schulklassen. Dabei zeigt er nicht nur spektakuläre Flugkünste, sondern vermittelt auch Wissen über Lebensräume und den Schutz der Tiere.
Die Vogelgrippe brachte ihn dann in die Bredouille: Seit Oktober galt Show-Verbot. "Mir sind rund 6000 Euro weggebrochen. Geld, das ich eigentlich fürs Futter brauche."
Einige Tiere stammen aus Beschlagnahmungen
Umso größer die Erleichterung, dass das Verbot nun rechtzeitig zum Saisonstart aufgehoben wurde. Denn auf dem Hof wollen viele Mäuler gestopft werden: sechs Alpakas, drei Kängurus und zwei Servale gehören inzwischen dazu.
Viele dieser sogenannten "Exoten" stammen aus beschlagnahmten Tiertransporten: "Durch die verstärkten Grenzkontrollen nimmt auch die Anzahl der beschlagnahmten Tiere zu. Bei mir wurden die Tiere erstmal untergebracht."
Nach Abschluss der Verfahren kaufte er sie dem Freistaat ab - und behielt sie.
Noch ist Schaafs privater Streichel-Zoo nicht für Besucher gedacht. Perspektivisch kann er sich allerdings vorstellen, dass "die Alpakas für tiergestützte Therapien eingesetzt werden. Meine Partnerin ist nämlich Therapeutin".
Besonders ans Herz gewachsen sind ihm allerdings die Fischotter Erika und Otto. Während Otto meist im Freien herumstromert ("Nahezu einmalig"), hängt die Fischotter-Dame sehr an dem Falkner: "Sie wurde im Oktober in Moritzburg gefunden, wog nur ein paar Gramm und war fast tot."
Handaufzucht sei Dank ist sie nun quietschfidel. Infos: jagdfalkenhof-schaaf.de