Leipzig/Dresden - Hautreizungen, Atemwegsbeschwerden, allergische Reaktionen: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners können bei Kontakt schwere gesundheitliche Folgen haben. In Sachsen ist das in diesem Jahr im Großraum Leipzig und in und um Dresden besonders problematisch.
Nicht berühren, Hunde fernhalten, Waldgebiet meiden! Wer in den letzten Wochen an den Naunhofer Seen, südöstlich von Leipzig, baden war, wird die Warnschilder gesehen haben. Grund ist der Eichenprozessionsspinner.
Die Brennhärchen der Raupen dieses Nachtfalters enthalten nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) ab dem dritten Larvenstadium das Nesselgift Thaumetopoein. Bei Berührung folgen Juckreiz, Hautentzündungen und vereinzelt Nesselsucht.
"Geraten die Haare in die Augen oder Atemwege, kann es zu stärkeren Reaktionen kommen", informiert der Nabu. Naunhof ist nicht allein betroffen.
"Nach bisherigem Stand können zwei Schwerpunktgebiete des Eichenprozessionsspinners in Sachsen abgegrenzt werden", sagt Marco Horn vom Staatsbetrieb Sachsenforst auf TAG24-Anfrage - die Landkreise Leipzig, Nordsachsen und die Stadt Leipzig sowie das Dresdner Elbtal mit der Stadt Dresden.
Raupen lieben Eichenwälder und fressen Bäume kahl
Dort habe die Befallsintensität in diesem Jahr tendenziell zugenommen, so Horn. Noch sind nicht alle Fraßmeldungen und informelle Hinweise ausgewertet.
Eichenwälder lieben die Raupen besonders. Einzelne Eichenwälder im Landkreis Nordsachsen wurden sogar komplett kahlgefressen. Gesunde Bäume überleben in der Regel trotzdem.
Bald wird sich das Problem ohnehin in Luft auflösen. Ab Juli beginnen sich die Raupen zu verpuppen. Ab August flattern dann die Falter. Dann können Sommerfrischler auch in Naunhof wieder gefahrlos baden gehen.