Chemnitz im Plus, aber: Tourismuszahlen in Sachsen rückläufig
Dresden - Ist das die Wende im sächsischen Tourismus? Die Aufholjagd bei den Gästezahlen scheint vorerst gestoppt. Im vergangenen Jahr gingen die Zahlen erstmals nach Corona wieder zurück. Aber die Tourismusmarketinggesellschaft (TMGS) will gegensteuern.
2025 wurden in Sachsen rund 19,7 Millionen Übernachtungen gezählt und acht Millionen Ankünfte. Das sind 1,5 Prozent und 1,8 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Dazu kommt ein stärkerer Rückgang bei ausländischen Gästen.
Wirtschaftliche Unsicherheit, Handelskonflikte, hohe Reisekosten und geopolitische Spannungen verunsicherten die Menschen in vielen Quellmärkten, hieß es am Montag bei der Vorstellung der Zahlen.
"Mit einem jährlichen Umsatz von über 9,3 Milliarden Euro durch Übernachtungen und Tagesreisen und über 190.000 Arbeitsplätzen (umgerechnet auf Vollzeitstellen – Anm. d. Red.) leistet die Branche einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung", sagte Tourismusministerin Barbara Klepsch (60, CDU) und wertete 2025 als stabiles Tourismusjahr.
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Sachsen als gastfreundlichstes Bundesland
Zuwächse verzeichneten allein die Sächsische Schweiz, die Region Chemnitz/Zwickau sowie das Erzgebirge, wobei sich das Kulturhauptstadtjahr bei den beiden letzteren klar als Verstärker bemerkbar machte.
Um gegenzusteuern setzt TMGS-Geschäftsführerin Veronika Hiebl (55) auf eine Intensivierung des Auslandsmarketings, insbesondere in den europäischen Zielmärkten, den USA und Asien. Inhaltlich liegt der Fokus auf dem Radtourismus, den 39 staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorten und der Kulinarik als Tourismusmotor.
Positiv dürfte sich die Verleihung des Traveller Review Awards durch Booking.com auswirken. Das Reiseportal kürte Sachsen Anfang des Monats auf Grundlage von Gästebewertungen zum gastfreundlichsten Bundesland. Sachsen zählt damit gleichzeitig zu den gastfreundlichsten Regionen der Welt.
Titelfoto: picture alliance/dpa