Kommunen schlagen Alarm: Eichenprozessions-Spinner breitet sich in Sachsen aus
Von Birgit Zimmermann
Leipzig - Der Eichenprozessionsspinner breitet sich nach Einschätzung von Fachleuten in Sachsen aus. Der Falter kann nicht nur ganze Bäume kahlfressen, sondern von seinen Raupen geht auch eine Gefahr für Menschen aus.
Nach Angaben des Staatsbetriebes Sachsenforst gibt es bislang zwei Schwerpunktgebiete: den Landkreis Nordsachsen und das Elbtal. Kommunen wie Taucha und Eilenburg haben unlängst Warnungen zum Eichenprozessionsspinner herausgeben.
Laut der Waldzustandserhebung hat sich das Problem im Freistaat zuletzt vergrößert. "In den vergangenen Jahren war eher eine Ausbreitung beziehungsweise Verstärkung der Intensität zu beobachten", teilte ein Sachsenforst-Sprecher mit. Der Klimawandel mit längeren trockenen und warmen Phasen kommt dem Insekt entgegen.
Im Nachbarland Sachsen-Anhalt hat der Nachtfalter in den zurückliegenden Jahren Tausende Eichen komplett kahlgefressen. Da die Schäden für den Wald des benachbarten Freistaates nach Einschätzung von Sachsenforst aber bisher unbedenklich waren, werde das Tier hier höchstens "punktuell" bekämpft.
Die Raupen der Schmetterlings-Art besitzen ab dem dritten Larvenstadium giftige Brennhaare, die bei Hautkontakt oder durch Einatmen zu allergischen Reaktionen wie Juckreiz, Ausschlag, Augenreizungen oder Atemnot führen können. Die bis zu drei Zentimeter langen Raupen sind braun-gelb oder grau-schwarz. Ihre Nester sind runde Gespinste, die die Größe eines Fußballs erreichen können.
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Wie soll man sich verhalten?
Generell sollten Menschen Bereiche meiden, in denen der Eichenprozessionsspinner vorkommt. "Seien Sie in den Befallsregionen aufmerksam und halten weiten Abstand von Bäumen, an denen Gespinste anhaften", rät Sachsenforst.
Wer dennoch in Kontakt mit den Brennhaaren komme, sollte umgehend die Kleidung wechseln und gründlich duschen. Die Sachen sollten dann mit mindestens 60 Grad gewaschen werden. Treten gesundheitliche Beschwerden auf, sollte man zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen.
Titelfoto: Philip Dulian/dpa
