Daddel-Dilemma: Ein Kommentar zum Handy-Verbot an Sachsens Grundschulen
Dresden - Quo vadis, Smartphone? Ein Gipfel musste es richten. Der Volksmund sagt wohl zu Recht: "Wenn du nicht mehr weiterweißt, bilde einen Arbeitskreis." Aber tatsächlich ist der rechte Umgang mit den Handys und den sozialen Medien - zumal in Kinderhänden - keine einfache Frage.
Alles in Kürze
- Handy-Verbot an Sachsens Grundschulen diskutiert
- Rechter Umgang mit Handys und sozialen Medien ist keine einfache Frage
- Kinder müssen vernünftigen Umgang lernen, Verbot allein reicht nicht
- Studien zeigen keine Verbesserung durch Handy-Nutzung bei Kindern
- Handy-Verbot an Grundschulen wird als richtig angesehen

Denn natürlich ist das Handy heute nicht mehr wegzudenken. Mit einem Finger öffnet sich die ganze Welt auf wenigen Zoll. Das Wissen von Jahrhunderten, die engsten Freunde und die nächste Entgleisung von Donald Trump: Fast alles ist nur Sekunden voneinander entfernt.
Politik darf sich nicht wegducken. Kinder und Jugendliche müssen einen vernünftigen Umgang damit lernen. Und das macht man bekanntlich nicht mit Verboten. Oder hast Du aufgehört zu rauchen, als Du das erste Mal erwischt wurdest?
Auf der anderen Seite wird man sich wohl in 100 Jahren fragen, wie wir uns das jemals antun konnten. "iPads für Fünfjährige ist Körperverletzung mit Ansage", sagte einer der renommiertesten Mediziner des Landes beim Handy-Gipfel am Donnerstag.
Und in der Tat: Fast alle unabhängigen Studien beweisen keine Verbesserung, allenfalls gleichbleibende Entwicklungen bei Jugendlichen, bei Kindern ausnahmslos immer gravierende Folgen.
Wenn (erwachsene) Viel-Facebook-Nutzer das Logo sehen, ist es für deren Hirn dasselbe wie eine Droge. Wie erst wirkt dann der maßgeschneiderte TikTok-Algorithmus auf Hirne von Kindern?
Handy-Verbot an Grundschulen ist richtig

Bildung ist eines der wenigen (und wichtigsten!) Themen, die die Bundesländer in der Hand haben. In diesem Fall ist der Minister nicht zu beneiden.
Das Verbot an Grundschulen ist richtig. Denn nach dem Gipfel am Donnerstag könnte ich mich nicht entscheiden, ob meine (künftigen) Kinder überhaupt ein Smartphone bekommen.
Das bessere Leben beginnt ohnehin am Bildschirmrand.
Titelfoto: Bildmontage: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa, Steffen Füssel