Daueralarm bei Rettungskräften, Restaurants geschlossen: Sachsen ächzt unter Rekord-Hitze
Dresden - Zum ersten Mal durchbricht das Thermometer die 40-Grad-Marke im Freistaat - auf dieses Rekord-Wochenende waren selbst die Ventilatoren nicht vorbereitet. Ganz Sachsen verwandelte sich in eine riesige, flimmernde Sauna, in der die Allzeit-Wetterrekorde wie Dominosteine purzelten. Wer konnte, rettete sich mit einem Eis in den Schatten oder suchte das kühle Nass.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kam mit dem Protokollieren kaum hinterher: Dresden knackte am Sonntag in der Neustadt historische 40,0 Grad (39,8 Grad von 2012 überboten). Leipzig-Holzhausen schwitzte bei 39,0 Grad. Die private Wetterstation in Chemnitz-Harthau vermeldete am Sonntag 37,4 Grad.
Den sachsenweiten Spitzenwert verbuchte, nach vorläufigen DWD-Angaben, am Sonntag Bad Muskau in der Oberlausitz mit 41,5 Grad! Am Samstag knackte bereits Klitzschen bei Torgau mit 40,3 Grad den Rekord im Freistaat. Sogar die Nächte blieben glühend heiß: In Kubschütz bei Bautzen wurde mit 29,4 Grad deutschlandweit die wärmste Nacht gemessen.
Diese Hitze sorgte für den absoluten Ausnahmezustand. Bei den Rettungskräften in Dresden glühten die Leitungen wegen einer historischen Rekordzahl an Einsätzen.
Richtig dramatisch wurde es jedoch an der Kiesgrube in Eilenburg: Bei einem Zeltlager der Jugendfeuerwehr erlitten am Sonntagvormittag etliche Kinder Kreislaufprobleme - acht von ihnen mussten ins Krankenhaus.
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Das öffentliche Leben kommt unter der Rekord-Hitze zum Stehen
Auch das öffentliche Leben kapitulierte: Das Industriemuseum Chemnitz schloss am Sonntag schon um 13 Uhr. Beliebte Lokale wie das Carolaschlösschen in Dresden machten früher Feierabend, in der Radebeuler Hoflößnitz blieb die Küche kalt und es gab nur noch Brezeln.
Wer in die Chemnitzer Freibäder flüchten wollte, brauchte wegen des Massenansturms an den Kassen extrem viel Geduld.
Selbst die Flüsse machten schlapp. Die Dresdner Elbfähre "F17" saß wegen Niedrigwassers auf dem Trockenen.
An der Prießnitz-Mündung blickte Marcel (39) aus Freital mit Sohn Theodor (3) fassungslos auf das ausgetrocknete Flussbett: "Wir haben nicht damit gerechnet, dass die Prießnitz hier weg ist. Im Wasser der Elbe und mit etwas Schatten lässt es sich aber halbwegs aushalten."
Immerhin: Ab Montag dürfen die Sachsen endlich durchatmen. Erste schwere Gewitter pusteten im Erzgebirge schon am Nachmittag die Extrem-Hitze weg.
Titelfoto: Bildmontage: Thomas Warnack/dpa / xcitepress/XCitePress / Norbert Neumann

