Leipzig - Die Sachsen müssen sich auf weitere Schwitztage einstellen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für weite Teile des Freistaats die Hitzewarnstufe 1 ausgerufen. Mit dem Quecksilber steigt auch die Zahl der Krankmeldungen, wie die Barmer Krankenkasse jetzt offenbarte.
Die Meteorologen rechnen ab Dienstag mit einer starken Wärmebelastung. In Sachsen klettern die Temperaturen laut DWD auf 30 bis 33 Grad. Die Hitzewarnung des Dienstes gilt für sämtliche Landkreise, lediglich im nördlichen Zipfel von Nordsachsen soll es nicht ganz so heiß werden.
Wie sich Hitzeperioden auf die Arbeitsfähigkeit der Bevölkerung auswirken, hat jetzt die Barmer öffentlich gemacht.
"In Sachsen haben Kreislaufbeschwerden während und nach der ersten großen Hitzewelle Ende Juni zu überdurchschnittlich vielen Krankschreibungen geführt", so Landes-Chefin Claudia Beutmann (39).
Auswertungen hätten ergeben, dass am 30. Juni im Schnitt jeweils 28 von 10.000 Beschäftigten wegen Kreislaufbeschwerden krankgeschrieben waren. Beutmann: "Das sind rund 31 Prozent mehr Krankschreibungen mit einer entsprechenden Diagnose als im Durchschnitt des gesamten ersten Halbjahres 2026."
Der 27. und 28. Juni dieses Jahres galten als die bisher heißesten Tage im Freistaat. In Klitzschen bei Torgau (Nordsachsen) wurden 40,3 Grad und in Bad Muskau (Oberlausitz) 41,5 Grad Celsius gemessen.
Ab 30 Grad kann der Kreislauf schnell schlappmachen
Beutmann: "Ab Temperaturen von etwa 30 Grad steigt das Risiko für akute Kreislaufprobleme. Hitze kann den Körper erheblich belasten. Das Herz wird stärker beansprucht, geweitete Gefäße können den Blutdruck sinken lassen."
Um die Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten zu erhalten, sei ein Hitzeaktionsplan für Unternehmen mit klaren Maßnahmen und Verantwortlichkeiten empfehlenswert, so die Barmer-Chefin.
Als Beispiele nennt Beutmann die Bereitstellung von ausreichend Trinkwasser, ein reguliertes Raumklima und flexible Arbeitszeiten.