Chemnitz - Der beste Zweiradmechaniker Europas arbeitet bei Diamant in Hartmannsdorf (Landkreis Mittelsachsen). Jonas Hahn (21) heimste den Titel im März ein. Ob beruflich oder privat: Der junge Mechaniker bringt den Drahteseln jede Menge Leidenschaft entgegen.
Für Hahn kam der Sieg unerwartet: "Hoffnung war da, aber andere Länder bereiten sich sehr gezielt auf den Wettbewerb vor." 2020 begann er seine Ausbildung beim Fahrradhersteller in Hartmannsdorf.
"Ich wollte einfach von Anfang an zu Diamant." Was als Hobby begann, entwickelte sich spätestens nach einem Praktikum zu einem klaren Berufswunsch. "Neue Räder machen Spaß, alten neue Liebe einhauchen ist aber auch besonders", schwärmt Hahn über seine Projekte.
Nach dreieinhalb Jahren schloss er seine Ausbildung erfolgreich ab. "So erfolgreich, dass ich Sachsens Bester war." Mit dem Ergebnis qualifizierte er sich automatisch für die Deutsche Meisterschaft - von dort ging es für ihn als Bundessieger zur Europameisterschaft nach Frankreich.
Vorbereitet hat er sich im eigenen Haus, in der Ausbildungswerkstatt. Die wichtigsten Tipps: konzentriert bleiben, im Moment sein und Schritt für Schritt arbeiten.
241 Punkte brachten Sieg
In Frankreich warteten sechs Stationen à 45 Minuten auf ihn. "Sie wollten mit Aufgaben wie Motorenwechsel am E-Bike oder Bremsenservice den Arbeitsalltag abdecken."
Vieles kannte Hahn bereits aus Ausbildung und Job - doch es gab auch neue Herausforderungen, etwa die Wartung einer Nabe.
Sein Trick: strukturiert arbeiten. "Zudem gab es die Handbücher der Hersteller auf Englisch. Die Veranstalter konnten nicht voraussetzen, dass jeder alles weiß."
241 Punkte sicherten ihm den ersten Platz. Im Job bleibt für Hahn trotz Europameistertitel alles beim Alten. "Der Sieg bestätigt, dass meine Abschlussnote kein Zufall war, sondern dass etwas dahintersteckt."