"Der schönste Ort der Oberlausitz": Warum Bernd Engelmann seine Mühle niemals verkaufen würde
Löbau - Der Sage nach schallt bis heute der Schrei eines lüsternen Gutsherrn, der einst eine Magd verfolgte und die Klippe herunterfiel, durch die Georgewitzer Skala. Historisch erwiesen ist derweil, dass der preußische Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher im Kampf gegen Napoleon drei Brücken und ein Biwak-Lager mit seinen Truppen an der Löbau errichtete. Ganz sicher ist sich Bernd Engelmann (76) dabei, dass sein Zuhause "der schönste Ort der Oberlausitz" ist.
Die "Gemauerte Mühle" hatte seit ihrer ersten Erwähnung (1425) viele Besitzer, ehe der gelernte Kupferschmied mit seiner Ehefrau das Anwesen vor 55 Jahren kaufte: "Wir haben hier alles selbst aufgebaut. Das nötige Geld brachte meine Frau mit, die war Leiterin einer Krippe."
Zwar sind die Zeiten längst vorbei, als Engelmann noch Ferienwohnung, Gaststätte und Museum betrieb. Er sei nun Rentner und müsse nichts mehr tun, berichtet er lachend. Doch die Offenheit eines Gastgebers und Gastwirts ist ihm geblieben.
Deutschlands wohl bekanntestem Aussteiger Öff-Öff erlaubte er vor über 30 Jahren, eine Waldbaude zu bauen und auf seinem Land im Freien zu hausen.
Täglich sitzt er an seinem Tischchen und freut sich über Besuch und Gespräche: "Es kommen Wanderer aus aller Welt hier vorbei. Wenn jemand kurz vor dem Dehydrieren ist, schenke ich auch sicher ein Bier aus."
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Verkaufen und fortziehen kommt für Bernd Engelmann nicht infrage
Noch erfreut sich Opa Engelmann bester Gesundheit, dennoch übernehmen "befreundete Helfer" überwiegend die Pflege des blühenden Gartens samt Skulpturen sowie die Instandhaltung der historischen Gebäude mit Museum.
Den Millionenbesitz zu verkaufen und fortzuziehen, kommt für ihn nicht infrage.
Lieber würde er alles seiner Riesenschnauzer-Dame Anna vermachen, sagt er: "Ich habe mir dann doch noch diesen Hund geholt statt einer neuen Frau. Der ist anhänglich und treu."
Der Schrei des sagenumwobenen Gutsherrn mag ein Mythos sein. Sicher aber erklingt an der "Gemauerten Mühle" bis heute das herzliche Lachen von Bernd Engelmann.
Titelfoto: Thomas Türpe
