Dritter Einsatz: SEK inzwischen Stammgast bei Reichsbürger aus Sachsen

Von Eric Hofmann, Jakob Anders

Lauta - So langsam wird das Spezialeinsatzkommando (SEK) Stammgast in Lauta (bei Hoyerswerda). Donnerstagfrüh sprengten die Beamten die Tür von Ralf L. (64) auf. Bei dem Reichsbürger finden sich immer wieder Waffen, manchmal aber auch Drogen.

Großeinsätze sind in dieser Siedlung in Lauta mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr.  © Vivian Opitz/xcitePress

Nachbarn hatten ihn schon 2022 verpfiffen: Weil Ralf L. Cannabis angebaut hatte, rückte die Polizei an.

Der Mann war als Anhänger SHAEF-Ideologie bekannt: Demnach seien deutsche Gesetze nicht gültig, nur das US-Besatzungsrecht. So werden aus dem Spektrum immer wieder "Todesurteile" gegen Politiker und Polizisten verkündet.

Deshalb rückte schon beim ersten Mal das SEK an und wurde prompt aus dem Fenster mit der Androhung einer Schießerei begrüßt. Gefunden wurden Rohrbomben mit Zünder, aber ohne Sprengstoff, und 13 Cannabispflanzen.

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Acht Monate später der nächste Einsatz: Die Beamten stellten Chemikalien sicher, aus denen Sprengstoff hergestellt werden könnte. Ralf L. musste hinter Gitter, weil gegen ihn ein Haftbefehl wegen eines Zivilprozesses vorlag.

Am Donnerstag nun tauchte das SEK wieder auf. Grund: Er hatte einen Prozess geschwänzt.

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Reichsbürger Ralf L. (64) hat immer wieder das SEK in seiner Wohnung zu Gast.  © privat

Zudem ermittelt die Kripo gegen ihn wegen Verstößen gegen das Waffengesetz, Herstellen und Besitz verbotener Gegenstände, unerlaubtem Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen sowie Bedrohung. Gefunden wurden zwei Harpunen und zwei Macheten. Noch im Tagesverlauf wanderte Ralf L. in U-Haft.

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