Steuern, Jobs und Image: Wie wertvoll ist "Karls Erlebnisdorf" eigentlich für Döbeln?

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Döbeln - Immer mehr Parkplätze, ein Hotel, neue Attraktionen: Karls Erlebnisdorf in Döbeln (Mittelsachsen) wächst und wächst. Aber was hat eigentlich die Stadt davon, wenn die Besucher im Freizeitpark sogar schlafen und auch essen?

Werbung ist alles: Auch an den Autobahnen stehen die bekannten Hinweisschilder.
Werbung ist alles: Auch an den Autobahnen stehen die bekannten Hinweisschilder.  © IMAGO/EHL Media

Sehr viel, sagt Oberbürgermeister Sven Liebhauser (43, CDU). "Karls ist für Döbeln ein Gewinn." Abgesehen von den Gewerbesteuern seien durch den Freizeitpark auch fast 500 Arbeitsplätze entstanden - 200 sozialversicherungspflichtige und weitere, zeitlich befristete für Studenten oder solche mit geringerem Stundenumfang für Rentner.

"Karls ist inzwischen ein großer Arbeitgeber - nicht nur für die Stadt, sondern auch fürs Umland", meint Liebhauser. Dazu kommen Dienstleistungsverträge mit Unternehmen und Aufträge für immer neue Baumaßnahmen.

Ostern 2024 eröffnet, bietet der Familienpark Dutzende von kleinen und großen Attraktionen rund um die Erdbeere vom Erdbeerbrunnen bis zur Erdbeer-Raupenbahn.

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Besucher müssen dank der Lage des insgesamt 17 Hektar großen Geländes an der Autobahn nicht einmal durch die Stadt.

Nach dem Hotel kommt eine Achterbahn

Seit Juni kann man im Erlebnisdorf auch übernachten.
Seit Juni kann man im Erlebnisdorf auch übernachten.  © EHL Media/Dietmar Thomas
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Oberbürgermeister Sven Liebhauser (43, CDU): "Karls ist für Döbeln ein Gewinn."
Oberbürgermeister Sven Liebhauser (43, CDU): "Karls ist für Döbeln ein Gewinn."  © Eric Münch
Das Gelände von Karls Erlebnisdorf in Döbeln ist insgesamt 17 Hektar groß, erst acht Hektar werden derzeit genutzt.
Das Gelände von Karls Erlebnisdorf in Döbeln ist insgesamt 17 Hektar groß, erst acht Hektar werden derzeit genutzt.  © picture alliance / ZB/euroluftbild.de
Großer Spaß für kleine Leute: Auch bei der Raupenbahn des Erlebnisdorfs dreht sich alles um die Erdbeere.
Großer Spaß für kleine Leute: Auch bei der Raupenbahn des Erlebnisdorfs dreht sich alles um die Erdbeere.  © Uwe Meinhold

"Von den Tagestouristen profitieren wir weniger", sagt Liebhauser. Dennoch sei die Lage ein Vorteil. "Infrastrukturell wäre das in der Stadt gar nicht zu schaffen." Zudem bestellen Übernachtungsgäste abends Pizza oder fahren in die Stadt essen.

"Wir haben im Erlebnisdorf überall unsere Info-Materialien ausgelegt. Durch Karls ist der Bekanntheitsgrad der Stadt deutlich gestiegen." Deshalb stehen in Döbeln 95 Prozent hinter Karls, schätzt Liebhauser.

Die "Liebe" ist gegenseitig. "Wir sind mit dem Standort sehr zufrieden", sagt Karls-Inhaber Robert Dahl (53), froh darüber, dass die Anfangseuphorie keineswegs abgeebbt ist, sondern sich verstetigt hat.

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Für die gesamte Karls-Erlebniskette rechnet er für dieses Jahr mit einem Umsatz von rund 220 Millionen Euro und neun Millionen Besuchern, eine Million davon allein in Döbeln.

Nach der Inbetriebnahme des Hotels und der Parkbahn im Juni plant er schon den nächsten Coup: eine Achterbahn. Im Sommer 2026 soll sie eröffnen.

Kein Interesse an Übernahme

Nein zum Verkauf: Karls-Chef Robert Dahl (53) ist ein Macher und will es bleiben.
Nein zum Verkauf: Karls-Chef Robert Dahl (53) ist ein Macher und will es bleiben.  © DPA

Der Erfolg der Karls-Gruppe weckt Begehrlichkeiten. Hedge-Fonds meldeten laut mehrerer Medienberichte Interesse an einer Übernahme an.

Nicht das erste Mal, sagt Karls-Chef Robert Dahl gegenüber TAG24. "Aber wir wollen unabhängig bleiben, frei und stark."

Stark bedeute für ihn, dass es keine Gesellschafter gebe, die immer wieder Geld aus der Firma nehmen. "Wir haben die letzten 30 Jahre jeden Cent wieder zurück in das Unternehmen investiert. Und das kann ich glücklicherweise allein entscheiden."

Deshalb laute die regelmäßige Antwort auf solche Anfragen: nein, danke!

Titelfoto: DPA

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