Erst Polizist, dann obdachlos: Mario (56) zog mit einem Bollerwagen los - und fand in Sachsen sein Glück
Oschatz - Zehn Jahre war Mario Brauner (56) Polizist in Berlin, danach Busfahrer. Dann fand er keine Wohnung mehr und landete in Heimen mit Kakerlaken. Mit einem Bollerwagen und dem Finger auf der Landkarte wagte er den Neuanfang.
"Die Wohnung ist ein Traum. Sowas hätte ich mir niemals vorstellen können", strahlt Mario. Am 1. September konnte er endlich einziehen. Die Möbel? Zum Teil Spenden. Die Dankbarkeit? Riesig!
"Es fällt mir unheimlich schwer, Danke zu sagen. Da fange ich an zu heulen." Er habe sich für seine Lage geschämt, sei aber zugleich stolz darauf, wie viel Nächstenliebe ihm begegnet sei.
Dabei war sein Weg alles andere als einfach. Mario ist ein Westberliner Kind, war zehn Jahre Polizist und später Busfahrer bei der BVG. Doch seit 2023 suchte er in Berlin vergeblich eine Wohnung.
Er landete in verschiedenen Wohnheimen, erlebte dort Kakerlaken, kaputte Fenster und schwierige Mitbewohner. "Da habe ich gesagt: Jetzt bist du völlig am Ende."
Auch die Unterkünfte danach wurden kaum besser. Irgendwann musste sich etwas ändern.
Nach so viel Hilfe: Mario möchte etwas zurückgeben
Mario nahm eine Landkarte zur Hand und landete mit dem Finger bei Oschatz. "Ich kaufte mir einen Bollerwagen, stieg in den Regionalzug und ließ mein bisheriges Leben in Berlin hinter mir."
Im Dezember 2025 kam er in Oschatz an. Zunächst landete er in einer Notunterkunft, die alles andere als ein Ort zum Wohlfühlen war.
Später fand er vorübergehend Platz in einer Monteurswohnung. Für Mario ein Glücksfall, genau wie die Hilfe der Oschatzer Tafel. Von da an ging es wieder bergauf.
In seinem neuen Zuhause in Borna, einem kleinen Ort bei Oschatz, hat er erstmals seit Jahren wieder Ruhe und Sicherheit.
Und er hat einen Plan: Mario möchte seinen Führerschein zurückbekommen und künftig für die Tafel fahren. Dann könnte er den Menschen helfen, die ihm selbst geholfen haben.
Titelfoto: Montage: ronaldbonss.com; EHL Media/Dietmar Thomas

