Darum kreist bald ein Hubschrauber übers Erzgebirge
Freiberg/Muldenhammer - Was schlummert tief unter dem Erzgebirge? Forscher der TU Bergakademie Freiberg gehen im Raum Gottesberg auf Schatzsuche - mit Hubschrauber, Spezialtechnik und Künstlicher Intelligenz (KI).
Das Forschungsteam will den Untergrund im West-Erzgebirge genauer erkunden. Ziel ist es, herauszufinden, wo tief unter der Erde Zinn steckt.
Dafür werden kilometerlange Stromkabel am Boden ausgelegt. Ein mit hochempfindlichen Magnetfeldsensoren ausgestatteter Hubschrauber misst anschließend die elektrischen Signale, die von leitfähigen Erzkörpern tief unter der Erde ausgehen.
Mit der sogenannten Semi-Airborne-Elektromagnetik können Gesteinsschichten bis zu 1000 Meter tief untersucht werden.
"Das Erzgebirge ist mit Bohrungen und geochemischen Daten punktuell schon gut erkundet, allerdings fehlt es an dreidimensionalen Modellen besonders für große Tiefen", erklärt Professor Thomas Günther, Experte für Angewandte Geophysik an der TU Bergakademie Freiberg.
Genau solche 3-D-Modelle sollen nun aus den Messdaten entstehen. Auch KI kommt dabei zum Einsatz: Sie soll helfen, die Daten mit weiteren geologischen und chemischen Informationen zu verbinden und Prognosen für mögliche Zinnlagerstätten zu erstellen. So könnten künftige Bohrungen von Bergbau-Unternehmen gezielter angesetzt werden.
Die ersten Hubschrauberflüge im Erzgebirge sind für September geplant. Über das Projekt und die geplanten Flüge informiert das Forschungsteam am 28. August ab 17 Uhr im Raumfahrtzentrum Morgenröthe-Rautenkranz. yes
Titelfoto: Detlev Müller
