Erzgebirge: Kosten für Winterdienst explodieren!
Annaberg-Buchholz - Schnee, Eis und Minusgrade bis in den April: Der Winterdienst im Erzgebirge hatte in dieser Saison allerhand zu tun. Die Bilanz: viele Einsätze, mehr Streusalz und deutlich höhere Kosten.
Von Oktober bis in den April hinein waren die Straßenmeistereien im Dauereinsatz. Insgesamt rückten die Einsatzkräfte an 152 Tagen aus - darunter 119 Streueinsätze und 63 Räumtage.
Dabei wurde ordentlich Material verbraucht: Mehr als 11.000 Tonnen Streusalz landeten auf den Straßen - und damit deutlich mehr als in der vergangenen Saison (etwa 9500 Tonnen).
Das geht richtig ins Geld: Allein für Streustoffe wurden rund 1,27 Millionen Euro ausgegeben - im Vorjahr waren es noch knapp 990.000 Euro. Ein kräftiger Kostenanstieg von rund 28 Prozent!
Doch damit nicht genug: Rechnet man alle Kosten zusammen, schlägt der Winterdienst im Erzgebirge in dieser Saison mit fast sechs Millionen Euro zu Buche. Zum Vergleich: Im Jahr davor lagen die Kosten noch bei rund 4,5 Millionen Euro.
Doch wer zahlt das eigentlich?
Winter macht Straßen im Erzgebirge kaputt: Geld für nachhaltige Reparaturen fehlt
Wie das Landratsamt mitteilt, werden die rund sechs Millionen Euro zwischen dem Bund (rund 2,18 Millionen), dem Freistaat Sachsen (rund 2,61 Millionen) und dem Erzgebirgskreis (rund 1,17 Millionen) aufgeteilt.
Spannend: Die Kosten für den Winterdienst variieren. Für Bundesstraßen werden etwa 6300 Euro pro Kilometer fällig, für Staatsstraßen ungefähr 4400 Euro und für Kreisstraßen rund 3600 Euro. Heißt unterm Strich: je wichtiger die Straße, desto teurer der Winterdienst.
Klar ist: Der harte Winter hat nicht nur die Straßen belastet - sondern vor allem die Kassen.
Dazu kommt: Der harte Winter hat die Straßen massiv beschädigt. Es brauche nun größere und nachhaltige Sanierungen, sagt das Landratsamt. Allerdings hat der Landkreis nur Geld für kleinere Reparaturen.
Die Folge: punktuelle Flickungen von Schlaglöchern, was die Straße immer holpriger macht. Im Einzelfall könne es dadurch zu Geschwindigkeitsreduzierungen oder Sperrungen einzelner Straßenabschnitte kommen.
Titelfoto: Uwe Meinhold
