Straßenschäden nach hartem Winter im Erzgebirge, aber kein Geld: Sperrungen drohen!
Wolkenstein - Der vergangene Winter hat auf den Straßen im Erzgebirge größere Schäden als in den Vorjahren hinterlassen. Auswirkungen hat das vor allem auf den Staatsstraßen, für deren Unterhaltung das Land Geld an die Landkreise zuweist.
Die Mittel reichen laut Erzgebirgskreis nur noch für Flickschusterei. "Von den 6075 Euro pro Kilometer sind schon 4416 Euro für den Winterdienst verbraucht worden", sagt Landrat Rico Anton (48, CDU).
Er fordert: "Um die Straßen in einem befahrbaren Zustand zu erhalten, brauchen wir einen Höhenzuschlag fürs Erzgebirge und ein Schwarzdeckenprogramm des Freistaates, das den weiteren Verfall der Substanz stoppt."
Ansonsten drohten weitere Geschwindigkeits- und Tonnagebeschränkungen sowie im Extremfall Vollsperrungen.
Ein Kandidat dafür wäre die S 228 zwischen Scharfenstein und Zschopau. Wegen einer abrutschenden Böschung ist dort seit 2006 nur noch eine Fahrspur nutzbar. Eine Baustellenampel regelt seit 20 Jahren den Verkehr.
Andreas Herold, Referatsleiter Straßen im Erzgebirgskreis: "Anfangs bestand die Einschränkung auf 30 Metern, später auf 70. Weil sich der Zustand der Straße weiter verschlechtert hat, sind seit voriger Woche 300 Meter nur noch einspurig befahrbar."
Bereits 2019 hatte der damalige Landrat Frank Vogel (69, CDU) in Tannenberg eine Staatsstraße wegen ihres schlechten Zustandes sperren lassen. Wenig später wurde sie im Auftrag des Landes saniert.
Titelfoto: Ralph Kunz
