Hubschrauber-Pilot stirbt im Erzgebirge: Bericht offenbart dramatische letzte Sekunden vor Absturz

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Sehmatal - Im August kam ein junger Hubschrauberpilot (†29) bei einem schrecklichen Unfall im Erzgebirge ums Leben. Nun wurde ein Zwischenbericht zur Unfallursache herausgegeben.

Das Wrack des abgestürzten Hubschraubers im Wald bei Sehmatal. Im Hintergrund ist der Kalkhaufen zu sehen und Äste.
Das Wrack des abgestürzten Hubschraubers im Wald bei Sehmatal. Im Hintergrund ist der Kalkhaufen zu sehen und Äste.  © NEWS5 / Stephan Fricke

Es müssen dramatische Minuten gewesen sein, die sich an jenem Freitagvormittag in einem Wald zwischen Bärenstein und Neudorf abspielten. Eigentlich sollte mit dem Hubschrauber Kalk über einem Wald bei Sehmatal ausgebracht werden. Zusammen mit drei Helfern am Boden übernahm der junge Pilot die Aufgabe aus der Luft.

"Laut Zeugen wurde der Hubschrauber vor dem Einsatz kontrolliert und hierbei wurde auch die Ausklinkfunktion der Außenlast am Lasthaken überprüft", heißt es in dem Bericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung.

Danach startete der Helikopter, um zu dem Platz zu fliegen, wo der Kalk lagerte. Laut Bericht habe der Anflug normal ausgesehen. Plötzlich seien Äste auf den Radlader, der den Kalk verladen sollte, gefallen.

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Der Kalk-Behälter des Helikopters war zu diesem Zeitpunkt noch in der Luft. Er stieß gegen die angehobene Schaufel des Radladers. Wenige Momente später stieg der leere Behälter wieder in die Luft, dann stürzte der Hubschrauber ab.

Kollegen holten verunglückten Piloten aus brennendem Hubschrauber

Der Hubschrauber brannte nach dem Absturz aus. Der Pilot verstarb noch an der Unfallstelle.
Der Hubschrauber brannte nach dem Absturz aus. Der Pilot verstarb noch an der Unfallstelle.  © Stephan Fricke/NEWS5/dpa

Laut einem Bodenhelfer soll es beim Anflug des Hubschraubers ungewöhnliche Schlaggeräusche gegeben haben. Ein weiterer Helfer berichtet über einen Funkspruch des Piloten: "[Flüche], ich habe einen Baum berührt, die Lampe brennt, ich geh’ runter."

Der Bericht bestätigt die Aussage. Etwa 50 Meter hinter dem geplanten Absatzpunkt des Kalk-Behälters war der Hauptrotor des Helis mit mehreren Bäumen kollidiert. Die Stämme wurden in einer Höhe von etwa 16 Metern durchschlagen. Der Hubschrauber stürzte hinter dem Kalkhaufen zu Boden und ging in Flammen auf. Den Absturz selbst habe keiner der drei Helfer beobachtet.

Gegen 9.25 Uhr wurde der Notruf abgesetzt. Die Helfer kamen ihrem Kollegen zu Hilfe und zogen ihn aus dem brennenden Hubschrauber. Seine Verletzungen waren jedoch so schwer, dass er noch an der Unfallstelle verstarb.

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Der 29-Jährige hatte als Pilot bereits mehr als 2800 Flugstunden gesammelt. Die Berufspilotenlizenz wurde ihm vom Luftfahrt-Bundesamt erstmals 2020 erteilt. Im vergangenen Jahr hatte der junge Mann eine Ausbildung für Außenlasteinsätze begonnen.

Am Unglücksmorgen war er gegen 3 Uhr von seiner Wohnung in Dreieich (Hessen) aufgebrochen, um zunächst einen Firmenwagen zu übernehmen und dann zu dem mehrtägigen Einsatz ins Erzgebirge zu fahren.

Titelfoto: Stephan Fricke/NEWS5/dpa

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