Sachsens Wirtschafts-Minister Panter: Wismut soll wieder aktives Bergbauunternehmen werden
Von Andreas Hummel
Pöhla/Dresden - Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (52, SPD) hat angeregt, aus der bundeseigenen Wismut wieder ein aktives Bergbauunternehmen zu machen. "Wir haben in Deutschland kein Bergbauunternehmen mehr in der Größenordnung, welches in der Lage ist, größere Projekte allein zu stemmen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Die Wismut mit Sitz in Chemnitz verfüge über entsprechende Kompetenz und Expertise. Daraus könne ein neues deutsches Bergbauunternehmen gegründet werden.
"Darüber sind wir mit der Wismut und dem Bund im Gespräch", erklärte der Minister.
Jüngst war bekannt geworden, dass die Saxony Minerals & Exploration AG (SME), die über Bergbaurechte im Erzgebirge verfügt, für 150 Millionen Euro an einen Finanzinvestor aus Singapur verkauft werden soll.
Laut SME-Vorstand Rolf Staudenmaier konnte das erforderliche Kapital für die Errichtung eines Bergwerks in Pöhla nicht auf anderem Weg aufgetrieben werden.
Ausländische Firmen erkunden Lagerstätten in Sachsen
In Pöhla – einem Ortsteil der Stadt Schwarzenberg – sollen künftig vor allem Wolfram, das von der EU als kritischer Rohstoff eingestuft wird, sowie Zinn und Flussspat abgebaut werden.
Die Rede ist von 400.000 Tonnen Erz pro Jahr. Das Oberbergamt hatte der SME 2024 die Genehmigung zur Errichtung des Bergwerks erteilt. Seither harren die Pläne aber einer weiteren Umsetzung.
In Sachsen gibt es zahlreiche weitere Erkundungsprojekte für verschiedene Erze. Beim neuen Run auf hiesige Rohstoffe sind auch Akteure von außerhalb der EU im Spiel. So gehört das Unternehmen Saxore, das Zinnvorkommen ins Auge gefasst hat, zur britischen First Tin.
In der Übersicht des Oberbergamtes zu Bergbauberechtigungen auf Erze und Spate werden weitere ausländische Unternehmen aus Australien, Kanada und Großbritannien aufgeführt.
Titelfoto: Bildmontage: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa, Thomas Türpe

