Sie hat schon fast 10.000 Nussknacker: Amerikanerin mit Liebe zum Erzgebirge

Seiffen - Mit ihrer Liebe zu Nussknackern macht Arlene Wagner (101) aus Leavenworth im Bundesstaat Washington das Erzgebirge in den USA bekannt. "Seiffen ist mein Mekka", schwärmt die rüstige alte Lady, die sich in diesen Tagen über Besuch aus ihrer geliebten Erzgebirgsregion freut.

Als 100-Jährige besuchte die US-amerikanische Sammlerin Arlene Wagner voriges Jahr Seiffen. Dieses Jahr möchte sie wiederkommen.
Als 100-Jährige besuchte die US-amerikanische Sammlerin Arlene Wagner voriges Jahr Seiffen. Dieses Jahr möchte sie wiederkommen.  © Uwe Meinhold

Arlene Wagner trug über Jahrzehnte eine Sammlung von rund 9700 verschiedenen Nussknackern zusammen, die sie in einem Museum in ihrem Heimatort ausstellt – darunter auch Raritäten aus Elfenbein und Silber. Doch auch das Tausende Kilometer entfernte Spielzeugmuseum in Seiffen hat die als "Nutcracker Lady" bekannte Sammlerin in ihr Herz geschlossen – ist sogar Mitglied im Förderverein.

Die erzgebirgische Kunsthandwerk-Händlerin Mary Barthel (61) besucht Arlene Wagner derzeit mit einem Koffer voller Raritäten, die sie für sie mit über den großen Teich gebracht hat.

"Uns verbindet die Liebe zur Holzkunst und eine langjährige Freundschaft."

Nussknacker-Lady will wieder Seiffen besuchen

Arlene Wagner (101, M.) und ihre Nachfolgerin Michelle McMullen (l.) sind als "Crazy Nutcracker Ladies" bekannt. Am Montag schauten sie mit Mary Barthel (61) die Nussknacker-Schau von Leavenworth an.
Arlene Wagner (101, M.) und ihre Nachfolgerin Michelle McMullen (l.) sind als "Crazy Nutcracker Ladies" bekannt. Am Montag schauten sie mit Mary Barthel (61) die Nussknacker-Schau von Leavenworth an.  © privat
Für das "Nutcracker Museum" wirbt ein hölzerner Bayer mit Humpen.
Für das "Nutcracker Museum" wirbt ein hölzerner Bayer mit Humpen.  © IMAGO/Dreamstime
Leavenworth im US-Bundesstaat Washington ist auch als das bayerische Dorf bekannt.
Leavenworth im US-Bundesstaat Washington ist auch als das bayerische Dorf bekannt.  © IMAGO/Dreamstime
Michael Labuske (l.) und Tino Günther vom Förderverein des Spielzeugmuseums führten Arlene Wagner durch die Ausstellung.
Michael Labuske (l.) und Tino Günther vom Förderverein des Spielzeugmuseums führten Arlene Wagner durch die Ausstellung.  © Uwe Meinhold

Die beiden Frauen lernten sich vor mehr als 30 Jahren zufällig kennen. "Nach meiner Ausbildung zur Holzspielzeugmacherin habe ich als Au-pair in Kanada gearbeitet", erzählt Mary Barthel. "Bei einem Besuch in den USA wollte ich mir unbedingt Leavenworth anschauen, das in den USA als bayerisches Dorf bekannt ist. Als ich ankam, parkte ich genau vor dem 'Nutcracker Museum' von Arlene. So lernten wir uns kennen."

Beim jüngsten erzgebirgisch-amerikanischen Treffen geht es auch um die Idee, wie einige antike Sammlerstücke aus den USA vorübergehend ins Erzgebirge zurückkehren könnten: "Wir träumen von einer Sonderausstellung bestückt mit Leihgaben von Arlene", verrät Mary Barthel (61).

Doch zunächst will die legendäre Nussknacker-Lady selbst über den großen Teich reisen und ihren Besuch des Spielzeugmuseums in Seiffen vom vorigen Jahr wiederholen: "Ich möchte doch gern sehen, was sich alles verändert hat!"

Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold, IMAGO/Dreamstime

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