"Wir sind fix und fertig": Haus muss nach Brandkatastrophe abgerissen werden

Grünhain-Beierfeld - Im Erzgebirge ereignete sich in der Nacht zu Montag eine Feuerkatastrophe. Eines der ältesten Gebäude in Grünhain-Beierfeld ging in Flammen auf. Die beiden Bewohnerinnen des Bauernhofes konnten sich noch retten, das Gebäude muss jedoch abgerissen werden.

Das Feuer breitete sich rasch in dem denkmalgeschützten Haus aus.  © Niko Mutschmann

Im Ortsteil Waschleithe ist die Betroffenheit groß: "Wir sind fix und fertig", erzählt Anwohnerin Dorothea Hohberger (69). Sie kennt die Bewohnerinnen (58, 85) des Bauernhofes in der Hinterdorfer Straße. Die Frau lebte mit ihrer Mutter auf dem ehemaligen Bauernhof.

Laut Bürgermeister Mirko Geißler (53, parteilos) handelte es sich bei dem Bau (Baujahr 1701) um eines der ältesten Gebäude im Ortsteil Waschleithe: "Zum Brand äußere ich mich mit großer Betroffenheit. Für die Familie ist es ein schwerer Schock", erklärt Geißler auf TAG24-Nachfrage.

Die jüngere der beiden Bewohnerinnen handelte geistesgegenwärtig. "Die 85-jährige Mutter musste von ihrer Tochter über eine Leiter aus dem Gebäude gerettet werden", so Geißler weiter.

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Für das unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhaus kam allerdings jede Hilfe zu spät.

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Anwohnerin Dorothea Hohberger (69) betet für die Bewohner des ehemaligen Bauernhofes.  © Kristin Schmidt
Am Tag wird das ganze Ausmaß sichtbar. Die Brandruine muss abgerissen werden.  © Kristin Schmidt
Bürgermeister Mirko Geißler (53, parteilos).  © Stadtverwaltung

Brandursachenermittler im Einsatz, Spendenaktion gestartet

Einsatzleiter Jörg Zimmermann (54) vor dem zerstörten Haus.  © Kristin Schmidt

"Schon während des Löschangriffs hatten wir gemerkt, dass teilweise Decken eingestürzt sind und dass sich das Feuer über Kanäle in diesem alten Gebäude durchgefressen hat bis in den Dachstuhl", erklärt Einsatzleiter Jörg Zimmermann (54) von der Feuerwehr Grünhain-Beierfeld.

Bittere Konsequenz: Die Brandruine muss abgerissen werden.

Während Tochter und Mutter vorerst bei Bekannten unterkommen, sieht ein Sohn der 58-Jährigen das Positive: "Das Wichtigste ist, dass die zwei herausgekommen sind."

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Ein Brandursachenermittler war am Montag im Einsatz, um nach der Ursache für das Feuer zu forschen.

Dorothea Hohberger hat für ihre Nachbarn einen Wunsch: "Dass ihre Seelen das verkraften."

Bereits seit Montag werden im Netz Spenden für die Familie aus Waschleithe gesammelt. Ein Nachbar rief die Hilfsaktion auf "GoFundMe" ins Leben. Bis Dienstagmorgen kamen bereits über 45.000 Euro zusammen.

Erstmeldung: 17. Februar, 6.11 Uhr, zuletzt aktualisiert: 7.40 Uhr

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