Eskalation im Zug verhindert: Bahn-Heldin aus Sachsen ausgezeichnet
Chemnitz/Hohenstein‑Ernstthal - Es war eine brenzlige Situation: Zwei mutmaßliche Neonazis sorgten in einem Zug in Sachsen für Ärger. Bevor die Situation völlig eskalierte, schritt eine mutige Schaffnerin ein und warf die Aggro-Passagiere aus der Bahn. Für diese Aktion bekam sie nun eine Auszeichnung.
Der Vorfall spielte sich im Sommer 2025 im RE 3 von Hof nach Dresden ab. Zwei mutmaßliche Neonazis sorgten für Unmut im Zug. Sie traten provokativ auf und äußerten sich lautstark rassistisch. Einer der Männer hatte sogar eine "88" (steht in Neonazi-Kreisen für 'Heil Hitler') auf dem Nacken tätowiert.
Die beiden Fahrgäste hatten zudem einen Hund dabei - für den Vierbeiner wollten sie allerdings nicht zahlen. Einer der Männer wurde daraufhin immer aggressiver.
Schaffnerin Simone Hübert schritt sein. Sie kam als Quereinsteigerin zur MRB, arbeitete vorher in der Gastronomie und kannte angespannte Situationen zu gut - sie bewahrte Ruhe, machte den Aggro-Fahrgästen allerdings deutlich, dass sie die Chefin im Zug ist.
"Mit sachlichen, aber deutlichen Worten stellte sie die beiden Provokateure vor die Wahl, den Zug freiwillig zu verlassen oder die Polizei hinzuzuziehen", teilt die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) mit.
Anschließend verließen die Männer den Zug in Hohenstein‑Ernstthal. "Die Situation konnte deeskaliert und die übrigen Fahrgäste geschützt werden", so das Verkehrsunternehmen.
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MRB-Chef: "Besonnenes, klares und mutiges Handeln"
Beim bundesweiten Wettbewerb "Eisenbahnerin mit Herz" wurde die Bahn-Heldin nun ausgezeichnet.
Sie selbst gibt sich bescheiden: "Ich war sehr überrascht und hätte überhaupt nicht damit gerechnet. Ich habe mich riesig gefreut - dabei habe ich in dem Moment einfach nur meine Arbeit gemacht. Mir war wichtig, dass sich die Fahrgäste sicher fühlen."
Auch die MRB ist stolz auf ihre Mitarbeiterin. "Mit ihrem besonnenen, klaren und mutigen Handeln hat sie gezeigt, wofür die MRB steht: Verantwortung zu übernehmen, Haltung zu zeigen und für unsere Fahrgäste da zu sein", sagt MRB‑Geschäftsführer Jan Kleinwechter.
Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt, PR
