Sachsen - Bücher als Wertanlage sind keine Seltenheit, vor allem Erstausgaben und seltene Drucke sind begehrt. Aber Vorsicht vor zu verlockenden Angeboten, wenn man seine Raritäten wieder verkaufen will. Auch in diesem Gebiet sind Betrüger unterwegs, wie jetzt ein Ehepaar aus Sachsen feststellen musste.
Wie die Verbraucherzentrale mitteilt, glaubte das Ehepaar endlich einen seriösen Käufer für seine Büchersammlung gefunden zu haben. Eine Firma aus Berlin, die sich "Raritäts und Kunstvermittlung" nannte, bot 74.000 Euro für die Bertelsmann-Reihe an. Sogar ein Abnehmer sollte laut dem Unternehmen schon gefunden worden sein.
Doch dann wurde es dubios: Das Ehepaar erhielt mehr als 30.000 Euro. In einem Schreiben wurde erklärt, dass es sich um eine "Gesamtkostenübernahme für den Bücherverkauf" durch eine bekannte Großbank handele.
"Ungewöhnlich war jedoch, dass die Verbraucher dieses Geld anschließend an das Konto einer unbekannten Firma mit Empfängernamen 'S.A.H. International GmbH' weiterleiten sollten, angeblich ein Zwischenkonto der Berliner Kunstvermittlung für die Kosten des Verkaufs", so die Verbraucherzentrale.
Jasmin Trautloft (45), Leiterin der Verbraucherzentrale Plauen, erklärt: "Die Freude über das Angebot war groß und den Verbrauchern wurde durch die hohe Geldzahlung zunächst Sicherheit suggeriert."
Überweisung war schon bei der Bank
Obwohl das Paar ein mulmiges Gefühl hatte, machte es die Überweisung an die S.A.H International GmbH fertig und warf diese bei der Bank ein. Nach einem Beratungsgespräch bei der Verbraucherzentrale nahmen die Eheleute aber umgehend Kontakt mit der Bank auf und konnten die Überweisung stoppen.
"Der Vertrag und die damit verbundenen Zahlungsströme waren unschlüssig, der angebliche Käufer tauchte nirgends auf. Alles wirkte unstimmig", sagt Jasmin Trautloft.
Doch damit war der Fall noch nicht abgeschlossen, denn plötzlich erhielt das Paar einen auf seinen Namen abgeschlossenen Kreditvertrag von der Bank. Die Auszahlung des Kredits war bereits erfolgt. Dabei handelte es sich um die mehr als 30.000 Euro, die eigentlich eine Anzahlung für die Bücher sein sollten.
Der Vertrag konnte aber glücklicherweise schriftlich widerrufen werden, die Auszahlung wurde rückabgewickelt. Zudem riet die Verbraucherzentrale zu einer Anzeige bei der Polizei.
"Wir warnen ausdrücklich davor, Geld aus solchen Geschäften unbedarft weiterzuüberweisen. Ein so verursachter Schaden kann über Jahre zu enormen finanziellen Belastungen führen", so Jasmin Trautloft.