Fast 3000 Euro pro Monat in Sachsen: Pflege im Heim wird teurer!

Von Daniel Josling

Leipzig/Dresden - Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssen in Sachsen mehr für einen Platz im Pflegeheim zahlen als noch vor einem Jahr.

Einer Auswertung des Verbands der Ersatzkassen zufolge sind die Kosten für einen Pflegeplatz in Sachsen seit Anfang 2025 um 266 Euro gestiegen. Bedürftige und ihre Angehörigen müssen inzwischen fast 3000 Euro zahlen.
Einer Auswertung des Verbands der Ersatzkassen zufolge sind die Kosten für einen Pflegeplatz in Sachsen seit Anfang 2025 um 266 Euro gestiegen. Bedürftige und ihre Angehörigen müssen inzwischen fast 3000 Euro zahlen.  © Sebastian Kahnert/dpa

Wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) ergab, ist die monatliche Eigenbeteiligung im Freistaat zum 1. Januar 2026 auf durchschnittlich 2986 Euro gestiegen. Das sind 266 Euro mehr als zum Jahresbeginn 2025 (2720 Euro).

Dabei setzt sich die Eigenbeteiligung aus mehreren Bestandteilen zusammen: den Kosten für Unterkunft und Verpflegung, den Investitionskosten und den pflegebedingten Aufwendungen.

Bundesweit verzeichneten laut vdek vor allem die pflegebedingten Aufwendungen den stärksten Anstieg - unter anderem wegen gestiegener Personalkosten.

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Je länger jemand in einem Pflegeheim ist, desto stärker greifen allerdings Zuschüsse der Pflegekassen zur reinen Pflege. Damit sinkt die Belastung mit zunehmender Aufenthaltsdauer: Im zweiten Jahr im Heim liegt die Eigenbeteiligung in Sachsen zum Jahresbeginn bei 2689 Euro, im dritten Jahr bei 2293 Euro und im vierten Jahr bei 1797 Euro, wie es hieß.

Große Unterschiede in den Ländern

Zwischen den einzelnen Bundesländern gibt es deutliche Unterschiede bei den Kosten. So ist Sachsen-Anhalt mit 2720 Euro pro Monat inzwischen das günstigste Land, Bremen mit 3637 Euro das teuerste.
Zwischen den einzelnen Bundesländern gibt es deutliche Unterschiede bei den Kosten. So ist Sachsen-Anhalt mit 2720 Euro pro Monat inzwischen das günstigste Land, Bremen mit 3637 Euro das teuerste.  © Tom Weller/dpa/dpa-tmn

Regional gibt es große Unterschiede. Im Ländervergleich am teuersten war die Pflege im ersten Jahr im Heim zum 1. Januar in Bremen mit durchschnittlich 3637 Euro im Monat und im Saarland mit 3601 Euro. Am niedrigsten war die monatliche Belastung im ersten Jahr im Heim nun in Sachsen-Anhalt mit 2720 Euro sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen mit je 2903 Euro.

Die Vorstandschefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, sagte, es brauche eine nachhaltige Finanzierung der Pflege, die auch Pflegebedürftige in Heimen deutlich entlaste. Sie müssten für Investitions- und Ausbildungskosten aufkommen, die Sache des Staates seien.

"Wir fordern die Bundesländer auf, diese Kosten endlich zu übernehmen", sagte Elsner. Die schwarz-rote Koalition peilt in diesem Jahr eine grundlegende Reform der Pflegefinanzierung an.

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Ausgewertet wurden Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Ländern. Zum Ersatzkassenverband gehören etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit.

Titelfoto: Tom Weller/dpa/dpa-tmn

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