Finanzielles Desaster! Borkenkäfer zerstören Kletterwald in Sachsen

Kriebstein - Kletterwald-K.o. in Kriebstein! Der Borkenkäfer hat im Gehölz an der mittelsächsischen Talsperre große Schäden angerichtet.

Der Schädling fühlt sich unter der Rinde von Nadelbäumen wohl.
Der Schädling fühlt sich unter der Rinde von Nadelbäumen wohl.  © DPA

Aus Sicherheitsgründen muss die Freizeitanlage das komplette Jahr geschlossen bleiben. Für den Betreiber ist der folgenreiche Insektenbefall ein finanzielles Desaster.

Bis zu 18.000 Kletter-Fans kamen jährlich in den Park, um sich auf sechs Parcours auszuprobieren.

Diese Saison darf kein einziger Besucher einen Baum erklimmen.

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"Der Borkenkäfer hat in der Summe 80 Bäume befallen", erzählt Kletterwald-Betreiber Alexander Persigehl (44).

In den vergangenen drei Jahren hätten sich erste Schäden angedeutet. Jetzt sei eine Größenordnung erreicht, die kein sicheres Klettern mehr zulasse.

Aufgrund vermehrter Dürre-Jahre können die Bäume weniger Harz bilden, das sie zur Bekämpfung der Schädlinge benötigen.

Im Kletterwald Kriebstein leiden etwa 80 Bäume unter dem Borkenkäfer.
Im Kletterwald Kriebstein leiden etwa 80 Bäume unter dem Borkenkäfer.  © Kristin Schmidt
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Kletterwald-Betreiber Alexander Persigehl (44) zeigt eine vom Borkenkäfer zerfressene Fichte, die gefällt werden muss.
Kletterwald-Betreiber Alexander Persigehl (44) zeigt eine vom Borkenkäfer zerfressene Fichte, die gefällt werden muss.  © Kristin Schmidt

Durch künstlich gesetzte Pfähle soll ein neuer Kletterpark entstehen

Kletterspaß für Kinder und Erwachsene gibt's erst wieder im kommenden Jahr.
Kletterspaß für Kinder und Erwachsene gibt's erst wieder im kommenden Jahr.  © Klaus Jedlicka

"Wenn man sieht, wie die Rinde abfällt, ist es schon zu spät." Das Ungeziefer bohrt sich durch den Baum und unterbricht die Nährstoffzufuhr.

Alexander Persigehl hat somit keine andere Wahl, als die Parcours abzubauen und neu anzufangen. "Man kann die Kletterwege nicht so einfach umleiten. Da steckt ein Konzept dahinter."

Im Sommer soll mithilfe von künstlich gesetzten Pfählen ein neuer Kletterpark entstehen. Drei Monate lang soll gebaut werden, sodass rechtzeitig zur neuen Saison 2024 wieder geklettert werden kann.

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"Das ist meine Existenzgrundlage, der Kletterwald gehört einfach zur Talsperre", sagt Persigehl. Etwa 250.000 Euro müsse er investieren und teilweise Kredite aufnehmen. Helfen sollen Tourismusfördermittel vom Land.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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