Forst-Experten sicher: Der fiese Borkenkäfer hat diesen Frostwinter überlebt

Pirna - Der lang anhaltende Winter mit Schnee und Eis hat den Borkenkäfern den Garaus gemacht? Vergiss es! Der Staatsbetrieb Sachsenforst räumt jetzt mit einem alten Irrglauben auf. Die Viecher haben einen Frostschutz.

Verschneite Wälder - das wochenlange Winterwetter hat dem Borkenkäfer dank innerem Frostschutz nicht geschadet. (Symbolbild)  © picture alliance/dpa

Das aktuelle Wetter sei eher günstiger für die Käfer, da sie ihren Zustand der Inaktivität (Diapause) nicht vorzeitig beendeten, sagt Sven Sonnemann, Waldschutz-Experte beim Sachsenforst: "Borkenkäfer schützen sich mit einer Art körpereigenem Frostschutzmittel, welches ihnen ermöglicht, auch tiefere Temperaturen unbeschadet zu überstehen."

Daher sei nicht davon auszugehen, dass normales Winterwetter wie in den vergangenen Wochen die Population negativ beeinflusse.

Anders verhalte es sich bei ständigen Wetterwechseln mit wärmeren und kälteren Phasen.

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"Die sind problematisch, weil die Käfer nicht wieder in den Überwinterungsmodus zurückkehren können und bei einem erneuten Temperaturrückgang keine ausreichende Frosttoleranz mehr aufweisen", so Sonnemann.

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Die Schadholzmengen sind rückläufig

Ein Borkenkäfer krabbelt auf einem Fichtenstamm - bei frühlingshaften Temperaturen erwacht der Schädling aus seiner Winterstarre. (Symbolbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Entscheidend für das Wachstum der Population sei, wann im Frühjahr die Aktivitätsphase beginne. "Höhere Temperaturen erlauben einen zeitigeren Beginn und erhöhen somit die Wahrscheinlichkeit für zusätzliche Generationen im Jahr."

Nach den großen Waldschäden der vergangenen Jahre hat sich die Lage in Sachsen spürbar beruhigt. Seit 2020 sind die gemeldeten Schadholzmengen durch Borkenkäfer laut Sachsenforst rückläufig.

Lag die Schadholzmenge im Jahr 2020 noch bei gut 1,8 Millionen Kubikmetern, wurden im Jahr 2025 bislang lediglich 26.000 Kubikmeter festgestellt. Das Borkenkäferjahr geht allerdings noch bis Ende Mai.

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