Für mögliche Fälle von Ebola und Co.: Sachsen bekommt erste Isolierstation
Dresden/Leipzig - Ebola, Lungenpest, Marburg- oder Lassa-Fieber: Sachsen investiert in den Gesundheitsschutz und beteiligt sich mit 53,53 Millionen Euro am Neubau des Mitteldeutschen Infektionsschutzzentrums mit Sonderisolierstation am Klinikum St. Georg in Leipzig.
"Wir stärken damit die Krisenfestigkeit unserer Infrastruktur und Daseinsvorsorge nachhaltig", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (67, SPD) am Dienstag.
Der Beschluss des Kabinetts zur Finanzierung freute sie sehr. Er löst vor Ort einen Investitionsstau auf. "Die Fertigstellung des Neubaus ist für 2032 geplant", so die Ministerin.
Das Klinikum St. Georg in Leipzig verfügt als einzige Einrichtung in Sachsen über eine Sonderisolierstation für Personen mit lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten. Alle Bundesländer sind gemäß Infektionsschutzgesetz verpflichtet, solche Einrichtungen vorzuhalten. Bundesweit gibt es sieben solcher Behandlungszentren.
Das Mitteldeutsche Infektionsschutzzentrum tragen Thüringen und Sachsen-Anhalt mit. Der geplante Neubau wird eine Sonderisolierstation mit zwölf Betten sowie eine Quarantänestation mit acht Betten beherbergen.
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Für die Stationen gelten strenge Vorgaben
Sonderisolierstationen sind hochkomplexe Einrichtungen. Sie müssen baulich und technisch abgeriegelt werden können, damit bei der Behandlung eines Infizierten kein Virus nach draußen dringen und andere Menschen gefährden kann.
Diese Stationen sind deshalb in der Lage, ihr Abwasser zu dekontaminieren und die Luft zu filtern. Verbrauchsmaterialien, die als Müll in der Behandlung anfallen, können sie sterilisieren und ausschleusen, bevor diese verbrannt werden.
Die Versorgung von Patienten mit hochansteckenden und lebensbedrohlichen Erkrankungen leisten speziell geschulte Teams in besonderer Schutzausrüstung. Die Leipziger besitzen darin Erfahrung. Sie haben bereits Ebola-Patienten versorgt.
Titelfoto: dpa/Jan Woitas
