Ganz Sachsen hofft, dass Elwira befruchtet wurde

Görlitz/Leipzig - Es wäre eine Sensation! Der Elch wird seit etwa 800 Jahren in der sächsischen Wildnis vermisst. Die zuletzt gesichtete Einwanderer-Kuh Elwira (2) sorgte vergangenes Jahr für Schlagzeilen - und könnte nun schwanger sein. Mit dem möglichen Nachwuchs wächst die Hoffnung von Biologen, den pflanzenfressenden Riesen bald wieder heimisch nennen zu können.

Elchkuh-Elwira im Mai, hier noch am Bärwalder See. Ist sie schwanger?  © privat

Ein trauriger Anblick war das im Moritzburger Wildgehege. Jahrzehntelang waren die Elche dort Besucherlieblinge, die weltgrößte Hirschart zierte sogar das Logo. Doch plötzlich: Parasiten! Womöglich.

Die Todesursachen wurden nie ganz geklärt. Das Wildgehege verwaiste. Und der Elch verschwand. Bis jetzt.

Elchkuh Elwira, im vergangenen Mai über die Neiße eingewandert, ist wohl gekommen, um zu bleiben. "Seitdem hält sie sich am südwestlichen Rand der Dübener Heide auf", sagt Biologe Michael Striese (55), "selbst und ständiger" Elchexperte.

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Die bis zu 2,20 Meter großen Tiere fressen im Sommer Laub und im Winter Nadeln - und davon gibt's nördlich von Leipzig reichlich. "Elche in ihrem Alter sind auf der Suche nach dem Revier. Wenn die Winterzeit vorbei ist, könnte sie wieder loslaufen." Oder bleiben, wie sie es im Sommer tat.

Womöglich hat sie einen Grund mehr dazu: Elwira schwebt wohl im Kälber-Glück!

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Elwiras womöglicher Liebhaber lief im Februar in eine Wildtierkamera bei Dessau.  © Biosphärenreservat Mittelelbe
Michael Striese (55) ist "selbst und ständiger" Elchexperte.  © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Was lief da zwischen den Elchen? "Wissen nur sie selber"

Ein weiterer Elch-Bulle wurde im Oktober bei Görlitz auf seinem Rückweg nach Polen gesichtet.  © privat

In der Nachbrunftzeit (Oktober) streifte ein Elch-Bulle an Elwiras möglichem Bald-Revier vorbei. Falls sie sich begegnet sind, kam es wohl zur Paarung, ist sich Striese sicher. "Aber ob und was zwischen ihnen lief, wissen nur sie selber."

Viel hätte, wäre, wenn. Doch sichere Elch-Daten gibt es in Sachsen fast keine. "Dafür ist die Zahl der Tiere bislang zu gering und ihr Auftreten zu unregelmäßig", sagt Maria Kruk von der TU Dresden.

Die Uni hat in Tharandt eine eigene Elch-AG dafür eingerichtet. Sachsenforst hat als oberste Jagdbehörde nur sieben Stück in den vergangenen zehn Jahren gesichtet, die Uni zählte 14 zivile Meldungen im Jahr 2025.

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In Sachsen gibt es demnach keine etablierte Population, kein Revier, keinen Nachwuchs. "Für eine echte Ansiedlung würden wir Hinweise auf Standorttreue oder Fortpflanzung benötigen", so Kruk weiter.

Ob Elwiras Paarung erfolgreich war, bleibe spekulativ. Sollte Sachsen aber ab Mai wirklich Elch-Nachwuchs erwarten, wäre das "aus naturschutzfachlicher Sicht ein bemerkenswertes Ereignis".

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