Dresden - Die sächsischen Wohnungsgenossenschaften haben den Wohnungsneubau quasi eingestellt und warnen für 2025 vor erhöhten Heizkosten.
Hohe Baupreise, gestiegene Zinsen und langwierige Genehmigungsprozesse führten im vergangenen Jahr zu einem spürbaren Rückgang der Neubauaktivitäten, erklärte die Vorständin des Verbands Sächsischer Wohnungsgenossenschaften VSWG, Miriam Philipp (59), und sprach von einem "Neubauknick".
"Ohne verlässliche Rahmenbedingungen lässt sich sozial orientierter Wohnungsbau kaum noch darstellen - insbesondere dann, wenn Neubaukosten Mieten von 15 bis 20 Euro pro Quadratmeter erfordern würden", sagte Philipp.
Den "Bauturbo" der Bundesregierung mit schnelleren Planungs- und Genehmigungsverfahren bewertete sie positiv.
Er könne aber nur wirken, wenn er vor Ort von einer "handlungsfähigen und mutigen Verwaltung" auch tatsächlich angewandt wird. Ansonsten bleibe er ein Papiertiger.
Auch im Jahr 2026 werden die Betriebskosten steigen
Für 2026 rechnet der Verband nicht mit einer Entspannung der Lage. Besondere Herausforderungen stellten die Betriebskosten.
Dabei sei aufgrund außerordentlicher kostensteigernder Effekte mit erhöhten Heizkostennachzahlungen zu rechnen.
Die 200 im VSWG organisierten Wohnungsunternehmen bewirtschaften mit 294.091 Wohneinheiten 21,4 Prozent des Mietwohnungsbestandes im Freistaat.
Sie bieten damit nach eigenen Angaben rund einer halben Million Menschen ein Zuhause.