Graffiti-Ärger in Sachsen: Warum kaum ein Täter gefasst wird

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Sachsen - Während zahlreiche sächsische Kommunen gegen Schmierereien kämpfen und hohe Reinigungskosten tragen müssen, bleibt die Aufklärungsquote bei Ermittlungen eher gering. TAG24 hat nachgehakt.

Illegales Graffiti ist in vielen Kommunen ein großes Problem, während die Aufklärungsquote gering bleibt.
Illegales Graffiti ist in vielen Kommunen ein großes Problem, während die Aufklärungsquote gering bleibt.  © Holm Helis

Wie Martin Strunden, Sprecher des Sächsischen Staatsministeriums des Innern, auf TAG24-Anfrage mitteilt, liegt die durchschnittliche Aufklärungsquote der letzten zehn Jahre (2016 bis 2025) bei 15 Prozent.

Gleichzeitig ist in den Jahren 2023 bis 2025 ein Anstieg der registrierten Graffiti-Sachbeschädigungen zu verzeichnen.

Denn während 2023 in Sachsen 7969 Fälle gemeldet wurden, stieg die Zahl 2025 auf 8717 Fälle. Allein in Dresden wurden im Jahr 2025 insgesamt 1428 Fälle erfasst - die Dunkelziffer dürfte jedoch noch höher liegen.

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Die meisten Graffiti-Sachbeschädigungen wurden dabei "an Bahnhöfen/Bahnanlagen, an Mehr-/Einfamilienhäusern und an öffentlichen Straßen/Wegen/Plätzen registriert", so Stunden.

Die Ermittlung von Sprayern gestaltet sich oft schwierig

Die Ermittlungen zur Identifizierung der illegalen Sprayer gestalten sich oft schwierig. (Symbolbild)
Die Ermittlungen zur Identifizierung der illegalen Sprayer gestalten sich oft schwierig. (Symbolbild)  © Jens Kalaene/dpa

Die Ermittlungen zur Identifizierung der Täter gestalten sich dabei in vielen Fällen schwierig. Häufig werden sogenannte "Tags" (Signaturen von Sprayern) auch von Gruppen verwendet und sind dadurch nicht eindeutig einer einzelnen Person zuzuordnen.

Selbst gesicherte Beweise führen nicht immer zu einer eindeutigen Täteridentifizierung: "Erkenntnisse aus sichergestellten Beweismitteln (z. B. Skizzenbücher, Bilder, Tataufzeichnungen) lassen sich oft nicht eindeutig dem Eigentümer oder einer einzelnen Tat zuordnen, sodass oft keine zweifelsfreie Identifizierungsmöglichkeit besteht", erklärt das Ministerium gegenüber TAG24.

Wird ein Sprayer erwischt, reichen die möglichen Konsequenzen von Geldstrafen bis hin zu Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren - je nach Schwere der Beschädigungen. Jungen Menschen werden hingegen häufig Sozialstunden oder Arbeitsauflagen auferlegt: "Bei jugendlichen Tatverdächtigen steht der Erziehungsgedanke im Vordergrund", erklärt Strunden.

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Was bleibt, sind jedoch oft die Schmierereien - deren Beseitigung hohe Kosten verursacht.

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Schmierereien zu beseitigen, ist mit hohen Kosten verbunden

Mit seiner Mitmach-Aktion "Bye, bye Schmiererei" möchte Wersig eine Bewegung für saubere Orts- und Stadtbilder anstoßen - doch das ist nicht gerade billig.
Mit seiner Mitmach-Aktion "Bye, bye Schmiererei" möchte Wersig eine Bewegung für saubere Orts- und Stadtbilder anstoßen - doch das ist nicht gerade billig.  © Steffen Füssel

Auf TAG24-Anfrage erklärt der Bürgermeister von Bannewitz, Heiko Wersig, der im Rahmen seiner Challenge "Bye, bye Schmiererei" derzeit den Fußgängertunnel unterhalb der B170 im Ortsteil Possendorf von Graffiti befreit: "Alleine das Material für die erste Aktion hat gut 3000 Euro gekostet plus Personalkosten für die Reinigung und Maleraktion." Weitere Flächen warten noch auf die Reinigung.

Dabei setzt die Gemeinde auf eine Spezialfarbe, dank der sich künftige Schmierereien leichter von Wänden entfernen lassen.

Ein sehr kostspieliges Verfahren, das viele Städte und Gemeinden an ihre Grenzen bringt. Die Bürgermeisterin von Dippoldiswalde, Kerstin Körner, erklärte auf TAG24-Anfrage: "Das von Bannewitz angewandte Verfahren ist recht kostenintensiv und bedarf einer fachlichen Schulung vor der Anwendung. Hier ist die Stadtverwaltung in der Prüfung der Verhältnismäßigkeit und Umsetzung."

Graffiti bleibt damit für viele Kommunen oft ein teures Dauerproblem, das vielerorts zugleich das Erscheinungsbild verunstaltet.

Titelfoto: Bildmontage: Holm Helis, Jens Kalaene/dpa

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