"Haben die überhaupt flächendeckend Drogeriemärkte?" Dieses Buch räumt mit den härtesten Sachsen-Klischees auf
Crimmitschau - Die Sachsen sind schlecht gebildet, haben einen nervigen Dialekt und wohnen in Bruchbuden: Diese Klischees sind auch Jahrzehnte nach der Wende noch immer zu hören. Kristina vom Dorf (39), die als "Sachsen Muddi" fast 65.000 Fans auf Instagram mit ihren Dialekt-Clips begeistert, räumt in ihrem neuen Buch "Fettnäpfchenführer Sachsen" mit den Vorurteilen auf.
"Sachsen ist für mich das Bundesland, über das es meiner Meinung nach die meisten Klischees und Vorurteile gibt", sagt Kristina vom Dorf, die in Langenreinsdorf (Ortsteil von Crimmitschau) aufgewachsen ist.
Vor der Recherche zu ihrem neuen Buch hatte die 39-Jährige zunächst Sorge, dass die Vorbehalte vielleicht eher in den Köpfen der Einheimischen stattfinden. Doch weit gefehlt!
Mehr als 50 Interviews mit Nicht-Sachsen, die in den Freistaat gezogen sind, brachten erstaunliche Dinge zutage. "Bereits nach den ersten Gesprächen habe ich gemerkt: Die Vorurteile gibt es wirklich - und sie sind noch viel schlimmer", erzählt Kristina.
Ein Zugezogener aus Bochum berichtete beispielsweise davon, dass seine Familie schockiert gewesen sei, als er von seinem Umzug nach Sachsen erzählte. "Haben die da überhaupt flächendeckend Drogeriemärkte?" - Fragen wie diese kamen aus der Familie.
Für die "Sachsen Muddi" war klar, dass nun ein Buch auf den Markt kommen muss, das endgültig mit diesen Vorurteilen aufräumt.
"Sachsen Muddi" begeistert auf Instagram mit Mundart-Videos:
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Kristina vom Dorf: "Schlimmstes Fettnäpfchen ist, wenn jemand den Dialekt nachmacht"
Zwei Protagonisten stehen im "Fettnäpfchenführer Sachsen" im Vordergrund - Jenny aus Sachsen und Tobias aus Frankfurt am Main. Er fährt zum ersten Mal nach Leipzig, um seine Freundin zu besuchen. Im Gepäck: jede Menge Vorurteile und Klischees.
Dabei tritt er bei verschiedenen alltäglichen Situationen völlig unbewusst in Fettnäpfchen. Egal ob er sich beim Bäcker einen "Berliner" bestellt oder den Dialekt schlechtredet - immer wieder kommt es zu unangenehmen Situationen.
Das neue Buch zeigt auf, was man lieber nicht machen sollte, wenn man als Nicht-Sachse in den Freistaat kommt. Es versteht sich als unterhaltsamer Reiseknigge.
Dazu kommen viele Zahlen und Fakten über das Ost-Bundesland. Damit ist das Werk nicht nur für Touristen und Zugezogene interessant. "Es sind so viele Fakten dabei, die selbst Einheimische wahrscheinlich nicht wissen", sagt die 39-Jährige.
Und was ist für Kristina vom Dorf das schlimmste Fettnäpfchen, in das man treten kann? "Definitiv, wenn jemand den Dialekt nachmacht." Am wichtigsten sei es, offen auf Sachsen zuzugehen, sagt sie.
Das neue Buch "Fettnäpfchenführer Sachsen" erscheint am 18. September und kann jetzt schon vorbestellt werden.
Titelfoto: Bildmontage: Kai Schmidsberger (2)