Mülsen – Der ADAC Sachsen testet zusammen mit dem Chemnitzer Unternehmen "CAC Engineering" regelmäßig synthetischen Kraftstoff. Letzte Testperiode war im Herbst. "Seitdem haben wir mehr über die Technologie gelernt und den Wirkungsgrad verbessert", resümiert Mario Kuschel (59), Forschungsleiter bei CAC.
Das Unternehmen tüftelt gemeinsam mit der TU Bergakademie Freiberg an den E-Fuels. Der Kraftstoff entsteht nicht aus Erdöl, sondern aus Methanol.
"Um ihn herzustellen, spalten wir Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff auf." Der Wasserstoff wird dann mit Kohlendioxid aus der Atmosphäre oder Biogasanlagen zu Methanol gewandelt. "Das Verrückte ist, ich bekomme so einen Kraftstoff, den ich sofort in Autos einsetzen kann." Dabei kann das E-Fuel mit Benzin vermischt werden.
Das E-Fuel wurde nicht nur in Autos getestet, sondern auch in anderen Maschinen wie Motorkettensägen oder Rasenmähern. "Das lief wunderbar", so Kuschel.
Den Praxistest konnten auch ADAC-Mitglieder in den Karts der Arena E in Mülsen machen.
Claudius Hünefeld (15) heizte mit seinem Papa Monty (52) über die Rennstrecke. Erst mit synthetischem Kraftstoff, dann mit Benzin.
Kleiner Unterschied nach Testfahrt festgestellt
Für Monty Hünefeld war das Thema E-Fuel allerdings nicht neu. Der 52-Jährige arbeitet im Kfz-Bereich und kennt den synthetischen Kraftstoff bereits.
"Ich finde das gut, nur kommt es zu wenig in den Vordergrund", sagt er. Einen großen Vorteil sieht er darin, dass bestehende Fahrzeuge weiter genutzt werden können. "Die ganzen Fahrzeuge haben ja einen Wert. Es ist ressourcenschonend, die nicht zu verschrotten."
Nach der Testfahrt konnten Vater und Sohn einen kleinen Unterschied feststellen: Ein Kart habe neutraler gerochen. Unterschiedliche Gerüche stellt auch Florian (26) vom "Arena E"-Team fest: "Das E-Fuel riecht ein bisschen chemischer."
Zudem stellte er weniger Fehlzündungen in mit E-Fuel betankten Karts fest.