Im Herbst drei Konzerte in Sachsen: Mireille Mathieu wird 80
Paris/Dresden - Gefühlt war sie schon immer da: Seit mehr als 60 Jahren ist Mireille Mathieu eine von Frankreichs populärsten Musikbotschafterinnen zwischen Schlager, Klassik und Chanson, geliebt auch im Osten Deutschlands. Heute wird die Sängerin 80 Jahre alt - und geht bald noch einmal auf große Tournee. Im Herbst stehen drei Konzerte in Sachsen an.
Das Musikgeschäft ist kurzlebig, doch Mireille Mathieu hat sich nie irgendwelchen Trends gebeugt: Seit den 60er-Jahren sind die pechschwarze Pagenfrisur, roten Lippen und ihre glockenhelle Stimme die unverwechselbaren Markenzeichen der zierlichen Französin, die über die Jahrzehnte hinweg trotz großer Erfolge bescheiden blieb.
Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur beschreibt sie sich als neugierig, diszipliniert und empfindsam. "Ich habe Lampenfieber", gesteht sie - und das bei aller Erfahrung einer Künstlerin, die vor Präsidenten, Königen und Millionen Zuschauern gesungen hat.
Vor ihrem Jubiläumskonzert im Pariser "Olympia" im vergangenen Oktober habe sie eine Woche lang mit der Aufregung kämpfen müssen. Dabei hatte dort ihre Karriere im Dezember 1965 begonnen, als sie erstmals auf der Bühne des legendären Konzertsaals stand.
60 Jahre später kehrte sie mit einem abendfüllenden Programm zurück. Konzerte seien für sie keine Routine, sondern Begegnungen: "Die Liebe meines Publikums war stets mein größtes Geschenk. Dafür empfinde ich tiefe Dankbarkeit."
Die Zahlen hinter ihrer Karriere sind beeindruckend: Mehr als 1200 Lieder hat Mathieu in zwölf Sprachen aufgenommen, mehr als 3000 Konzerte weltweit gegeben.
Ihre Karriere versteht Mathieu daher vor allem als Reise: "Mein Beruf hat mir ermöglicht, verschiedene Kulturen kennenzulernen", sagt sie.
Die französische Sängerin erhielt 1984 das Bundesverdienstkreuz
Besonders eng ist ihre Verbindung zu Deutschland. Hier wurde sie zum "Spatz von Avignon" - ein Spitzname, der auf ihre Heimatstadt Avignon in der Provence verweist und ihre zierliche Gestalt mit ihrer außergewöhnlichen Stimme verbindet.
Hier sang sie ihre ersten großen deutschen Erfolge wie "Hinter den Kulissen von Paris" und "Akropolis Adieu". Die Beziehung zu Deutschland blieb über Jahrzehnte bestehen.
1984 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz für ihre Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft. Im Herbst kehrt Mireille Mathieu erneut nach Deutschland zurück.
Mit ausgewählten Konzerten möchte sich die Künstlerin noch einmal persönlich von ihren Fans verabschieden und gemeinsam mit ihnen auf ihr Lebenswerk zurückblicken. Offiziell ist es das Finale ihrer Welt-Abschiedstournee "Goodbye my Love Goodbye", doch ans Aufhören denkt Mathieu nicht.
Sie habe nur das Tempo gedrosselt: Statt langer Auslandstourneen plant sie kürzere Gastspielreisen. In Sachsen ist Mireille Mathieu dreimal zu erleben: Stadthalle Chemnitz (28. Oktober), Kulturpalast Dresden (9. November) und Gewandhaus Leipzig (17. November).
Titelfoto: Bodo Schackow/dpa

