Lommatzsch (Landkreis Meißen) - Sachsen mag nicht das Land der Erbsenzähler sein, beim Anbau des Gemüses macht dem Freistaat aber keiner was vor. Nirgendwo in der Republik werden mehr Erbsen produziert.
Die Lommatzscher Pflege zwischen Dresden und Leipzig gilt als Hochburg des Erbsenanbaus in Deutschland. Die Lößböden hier sind sehr fruchtbar, schon seit dem Mittelalter wird Gemüse angebaut.
Der Tiefkühlkosthersteller Frosta hat in Lommatzsch ein Werk mit 160 Mitarbeitern, während der Erntezeit kommen 50 Saisonkräfte hinzu.
Rund um das Werk wächst das Gemüse im Vertragsanbau - die ganze Ernte kommt zu Frosta. Nach kurzem Weg vom Feld wird es dort gewaschen, aussortiert und sofort tiefgefroren. Auf diese Weise sollen alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben.
Bei der Erbsenernte gehe es um Geschwindigkeit, sagt Jens Klobuch, Chef der örtlichen Agrargenossenschaft. "Nach zwei Stunden sind die Erbsen in der Fabrik. Das ist unser Markenzeichen. Nach maximal drei Stunden sind sie eingefroren."
Bei Wärme könnten Erbsen schnell sauer werden, dann hätten sie keine Qualität mehr.
Im vergangenen Jahr wurden in Sachsen 7960 Tonnen Gemüseerbsen geerntet. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes verfügt der Freistaat über 53 Prozent der deutschen Anbaufläche. Mehr Erbsen kann bundesweit keiner zählen.