Jens hätte Job und Wohnung haben können! Obdachloser Sachse lehnt alle Hilfe ab
Oschatz - Es sollte endlich bergauf gehen für Jens Kloß (57). Doch der Mann aus Oschatz steckt noch immer in der Obdachlosigkeit fest - obwohl ihm mehrfach Hilfe, eine Wohnung und sogar Arbeit angeboten wurden. Das Problem: Jens nimmt die Angebote nicht an.
Nach dem Verlust seiner Wohnung im vergangenen Herbst hatte Kloß zunächst an einer Bushaltestelle gelebt. Sein Protest hatte sachsenweit Wellen geschlagen. Seit einer Weile schläft er in einer Notunterkunft der Stadt, tagsüber muss er die Unterkunft verlassen.
Bei der Oschatzer Tafel ist die Stimmung inzwischen gekippt. "Wir sind sehr traurig, er nimmt gar keine Hilfe mehr an", sagt Cindy Friedrich (38). Jens komme kaum noch vorbei, wenn, dann gebe es teilweise "gemeine Sprüche". "Wir sind am Anfang überall mit hin, zu den Ämtern und zum Jobcenter." Irgendwann sei aber eine Grenze erreicht.
Dabei gab es durchaus Chancen auf einen Neuanfang. In Dahlen hätte Jens eine komplett möblierte Wohnung bekommen können. Auch Arbeit sei ihm angeboten worden. Doch die Angebote lehnte er ab.
Tafel-Chefin Birgit Friedrich (57) nimmt dabei ausdrücklich die Stadt in Schutz: "Ordnungsamt und Bürgermeister waren engagiert, aber der Jens will einfach nicht." Sie habe den Eindruck, er habe sich mit seiner Situation arrangiert. "Ich habe das Gefühl, er fühlt sich in seiner Rolle als Obdachloser ganz wohl."
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Obdachloser Jens Kloß vereinbart Termin mit Bürgermeister, erscheint dann aber nicht
Auch die Stadt bestätigt die Situation. "Herr Kloß ist noch in der Notunterkunft und tagsüber im Stadtgebiet unterwegs", so Sprecherin Katja Suda.
Doch Termine und Angebote seien teilweise nicht wahrgenommen worden. "Ein Gesprächstermin beim Bürgermeister ist sogar auf Wunsch von Herrn Kloß vereinbart worden, der dann jedoch nicht gekommen ist."
Die Stadt will Jens trotzdem nicht einfach auf die Straße setzen. Eine Notunterkunft sei grundsätzlich nur als erste, vorübergehende Lösung gedacht.
Gleichzeitig seien die Möglichkeiten begrenzt, wenn angebotene Wohnungen oder Hilfen ausgeschlagen würden.
Titelfoto: Bildmontage: privat; Holm Helis

