Chemnitz - Bahn-Premiere in Chemnitz: Der erste Akkuzug im Freistaat fährt seit Montag zwischen Leipzig und Sachsens drittgrößter Stadt. Während Fahrgäste zufrieden mit der neuen Zugvariante sind, will der VMS seine Akku-Flotte zügig aufstocken.
Yannek Tschersich (25) aus Chemnitz arbeitet an der Uni-Klinik in Leipzig und pendelt seit einem Jahr nach Leipzig und zurück. Bei der Bahn-Premiere am Montag um 5.31 Uhr morgens war er dabei - und ist vom neuen Zug begeistert: "Es ist ein ganz anderes Fahrgefühl", findet Tschersich.
Zum einen sei es ruhiger. Außerdem sei das Klima anders. Denn in den bisherigen Doppelstockzügen sei in der letzten Zeit der Dieselgeruch stärker geworden.
Anne Dretzke (34) steigt seit elf Jahren aus Burgstädt ein, arbeitet ebenfalls in Leipzig. Auf die Frage, was der neue Zug alles bietet, sagt sie: "Ich bin gespannt."
Vor allem ist sie neugierig, ob der Akkuzug (Marke: Alstom) auch immer pünktlich aufgeladen wird. Laut Alstom-Projektleiter Lothar Werner (61) dauert dies maximal eine Stunde, bei einer Reichweite von 120 Kilometern. Geladen wird sowohl in Chemnitz als auch in Leipzig.
Weitere Fahrzeuge in der Pipeline
Der neue Zug verfügt über 300 Sitzplätze. Bereits im Dezember 2023 sollte der erste Akkuzug als RE6 nach Leipzig rollen. Allerdings sorgten damals Corona und Lieferengpässe für Verzögerungen.
Laut VMS sind noch zehn weitere Fahrzeuge für die Strecke in der Pipeline. Bis Mitte Juni soll die Flotte die bestehenden Diesel-Doppelstockzüge ersetzt haben.
Gewartet werden die E-Züge in Chemnitz.
So groß die Freude über die umweltschonenden Bahn-Modelle sind, so hoffen Fahrgäste weiterhin, dass die Taktung zügiger verläuft.
"Das Streckennetz muss weiter ausgebaut werden, die Zweigleisigkeit fehlt", sagt Bahnfahrerin Anne Dretzke.