Käserei-Aus und Molkerei-Pläne: Sachsens Milchbranche in Turbulenzen
Plauen/Radeberg - Das Aus für die Schnittkäserei am Sachsenmilch-Standort in Leppersdorf (160 Jobs auf der Kippe) trifft Sachsens Milchproduzenten in schweren Zeiten. Gefährdet es auch die Gespräche um eine Übernahme der Vogtlandmilch-Molkerei durch die Unternehmensgruppe Theo Müller?
Das seien zwei unterschiedliche Sachverhalte, die nicht vermengt werden sollten, heißt es dazu aus dem Firmenumfeld.
Ausschlaggebend für die Schließung der Schnittkäserei zum Jahresende waren wirtschaftliche Gründe. Der Einstieg von Theo Müller bei der Vogtlandmilch-Molkerei wird aus strategischen Gründen erwogen.
Der traditionsreiche, moderne Plauener Betrieb (etwa 150 Mitarbeiter) hat schwere Monate hinter sich. Der Milchpreis brach im Herbst 2025 ein.
Die Lage hat sich inzwischen stabilisiert. Das Unternehmen ist aber angeschlagen, spricht mit mehreren potenziellen Investoren.
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Wolfram Günther sieht in der geplanten Übernahme "kein gutes Zeichen"
Der CDU-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Sören Voigt (55) sagt, dass die CDU Vogtland Gesprächen trotz der Entwicklung an anderen Standorten "weiter konstruktiv gegenüber" steht.
Er erwartet, dass Plauen Produktionsstandort bleibt und Wertschöpfung vor Ort gesichert wird. Voigt: "Am Ende ist es aber eine unternehmerische Entscheidung, die von den Eigentümern, den einheimischen Landwirten, getroffen werden muss."
Ex-Agrarminister Wolfram Günther (53, Grüne) warnt dagegen: "Müllermilch treibt seine Monopol-Strategie auf Kosten regionaler Erzeuger voran. Mit der Übernahme würde ein Konzern, der in Sachsen bereits mit Abstand der größte Milchverarbeiter ist, auch noch die zweitgrößte Molkerei im Freistaat schlucken."
Seine Sorge: Viele Milchbauern hätten dann faktisch keinen alternativen Abnehmer mehr.
Titelfoto: Montage: Ove Landgraf, dpa

