Kinder-Graburnen und Holz-Kunstwerke: Einwohner aus sächsischem 350-Seelen-Dorf packen an
Grimma - Die Mulde umarmt Bahren bei Grimma (Landkreis Leipzig) mit einer weiten Schleife. In dem kleinen Dorf entsteht vieles aus eigener Kraft. In der beliebten Reihe "Unser Dorf hat Wochenende" hat der MDR die Einwohner Bahrens nun ein Stück weit begleitet.
Die Papierfabrik im Dorf brachte früher Arbeit für alle. Geblieben sind heute eine Industrieruine, Arbeiterhäuser und die Fabrikantenvilla. Heute wandelt Saskia Moser durch den Garten des Herrenhauses - immer auf der Suche nach neuen Fotomotiven im Millimeterbereich.
Aktuell arbeitet die Künstlerin mit ihrer Kollegin an einer bunten Kollektion von Graburnen für Kinder: "Wir beide hatten als Mütter einfach das große Bedürfnis, Eltern zu ermöglichen, eine schöne Beerdigung für ihre Kinder zu organisieren", sagt Moser. "Damit auch die letzte Ruhestätte für das Kind schön, warm und bunt gestaltet werden kann."
Das Motto in Bahren lautet ganz klar: Lieber selber anpacken als nur zuschauen! Und das zeigt sich in den verschiedensten Ecken des Dorfes. Da wäre etwa Holzschnitzer Felix Donner, der das Ortsbild mit seinen handgefertigten Kunstwerken aufhübscht.
Nach der Mittagspause packt er seine Werkzeuge ein und macht sich auf zum Dorfspielplatz soll etwas Neues entstehen: ein Naturlehrpfad. "Der Plan ist, die Fläche mehr zu nutzen, weil sie in letzter Zeit immer ein wenig kahl war", erklärt Donner. "Hier wollen wir nun den Lehrpfad mit einem Kräuterbeet beginnen. Wir sind alle Nachbarn, die dabei mitmachen."
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Unser Dorf hat Wochenende (MDR): Nachbarschaft und viel Herzblut
"Ich bin hier in dem Dorf groß geworden, das war mein Spielplatz", sagt Roland Fischer, der auch mit anpackt. "Deshalb habe ich mir gedacht: Warum sollst du nicht was machen, was der Gemeinde guttut, was mir guttut?"
Die Erde für das Beet und der Radlader kommen aus der Nachbarschaft, bezahlt wird der Lehrpfad mit den Einnahmen aus den Dorffesten. Der Heimatverein sorgt dafür, dass immer wieder Geld für neue Projekte zusammenkommt.
Wenig später ist Felix Donner mit Kescher und Angelrute auf der Mulde unterwegs. "Das ist halt ein schöner Ausgleich nach der Arbeit", sagt er. Dabei ist die Mulde nicht immer so ruhig und beschaulich wie an diesem Tag.
Die Papierfabrik und viele Ferienhäuser standen bei Hochwasser bereits zwei Mal unter Wasser. Das Dorf selbst blieb bei Flut und Hochwasser verschont. "Letztendlich haben wir außer einem erhöhten Grundwasserspiegel nichts abbekommen", erinnert sich Kai Pusch.
Die komplette Folge "Unser Dorf hat Wochenende" in Bahren seht Ihr jederzeit auf Abruf in der ARD-Mediathek.
Titelfoto: Bildmontage: MDR/Mathias Schaefer

