"Kommunen am Limit": Chemnitz, Zwickau & Co. gehen auf die Barrikaden
Chemnitz - Die Rathäuser schlagen Alarm. Am Montag zeigen Chemnitz, Zwickau, Mittelsachsen und Limbach-Oberfrohna Flagge beim bundesweiten Aktionstag "Kommunen am Limit".
Chemnitz will mit großen Bannern und Plakaten unter anderem am Tietz, an der Kreuzung Zschopauer/Bahnhofstraße oder an Schwimm- und Freibädern auf die Krise aufmerksam machen. Finanzbürgermeister Ralph Burghart (56, CDU) macht die Krise an Zahlen fest.
Allein im Bereich Sozialhilfe gibt Chemnitz in diesem Jahr 132 Millionen Euro aus - rund 23 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.
Auch die Jugendhilfe explodiert. Burghart: "Allein in diesem Bereich wenden wir, nach noch rund 62 Millionen Euro 2024, in diesem Jahr voraussichtlich rund 69 Millionen Euro auf - bei lediglich etwa drei Millionen Euro Ertrag."
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Zwickau hängt die Finanznot buchstäblich ans Rathaus
Auch Zwickau hängt die Finanznot buchstäblich ans Rathaus. OB Constance Arndt (47, BfZ): "Längst ist es nicht mehr nur '5 vor 12'". Es sei "manchmal frustrierend", weil man den Eindruck habe, "trotz vieler Gespräche und Gutachten auf höchster Ebene nicht gehört zu werden".
Noch drastischer formuliert es Mittelsachsens Landrat Sven Krüger (52, parteilos): "Der Landkreis lebt über seine Verhältnisse. Täglich macht er rund 148.000 Euro Verlust."
Limbach-Oberfrohna zeigt am Aktionstag, wie sich kommunaler Stillstand anfühlen könnte: Rathaus, Stadtbibliothek, Stadthalle und zeitweise das LIMBOmar bleiben am Montag geschlossen.
Titelfoto: Uwe Meinhold