Landesbühnen mit 23 Premieren und Rückkehr nach Rathen: "Wir sind wieder da, schneller als gedacht!"

Radebeul - Von Märchen bis Musical, von Wandelkonzerten im Grünen bis gesellschaftsrelevantem Tanztheater: Die Landesbühnen Sachsen bringen in der neuen Saison 23 Neuproduktionen heraus - auf ihren Bühnen, in Klassenzimmern und an ungewöhnlichen Orten. Und vor allem: Die Felsenbühne Rathen wird nach dem Unwetter im August 2026 wieder bespielt. Intendant Manuel Schöbel: "Wir sind wieder da, schneller als gedacht!"

Das in Teilen erneuerte Leitungsteam der Landesbühnen (v.l.): Franziska Till, Natalie Wagner, Steffen Pietsch, Esther Undisz, Konrad Till, Rainer Holzapfel, Manuel Schöbel und Artemis Willms.  © René Jungnickel

Voller erklärtem Optimismus hat das in Teilen erneuerte Leitungsteam der Landesbühnen die neue Spielzeit vorgestellt. Die Kaufmännische Geschäftsführerin Artemis Willms ging dabei auf die schweren Sturm-Verwüstungen der Felsenbühne ein.

Dabei war ein Mensch ums Leben gekommen und zwei weitere schwer verletzt worden. Laut Willms sind die Aufräumarbeiten in Rathen noch nicht abgeschlossen: "Es sieht jetzt ein bisschen kahler aus als vorher, aber die Natur wird sich da schon wieder erholen." Im kommenden Jahr soll alles wieder beim Alten sein.

Intendant Manuel Schöbel kündigte zwei Neuproduktionen auf der Felsenbühne an: "Tom Sayer" nach dem Buch von Mark Twain und "Die drei Musketiere" als Musical. Deren Motto steht - leicht abgewandelt - über dem neuen Programm: "Eine für alle, alle für eine", was Schöbel gar nicht als Spielzeitmotto verstanden wissen mag.

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Die Landesbühnen Sachsen seien weiter als Reisetheater überall im Freistaat präsent: "Eine Landesbühne für Sachsen und alle gemeinsam für ein Theater, das die Menschen verbindet", so der Intendant. Man wolle die Schwelle zum Theater nicht nur niedrig halten, sondern "abschleifen". Spielorte sind - neben dem Stammhaus in Radebeul und der Felsenbühne Rathen - unter anderem das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen, das König Albert Theater in Bad Elster, das Theater Meißen, die Kulturfabrik Hoyerswerda und Schloss Moritzburg. Auch in Klassenzimmern wird wie gewohnt Theater gemacht.

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Der neue Operndirektor Rainer Holzapfel bietet Klassiker wie Puccinis "Tosca" auf

Tenor Ido Beit Halachmi singt eine Arie aus Puccinis "Tosca".  © René Jungnickel

Dort ist Steffen Pietsch, Leiter des jungen.studios unterwegs. 812 Mal hat er bereits das Stück "Faust" in Schulen des Freistaats gespielt. Zwei neue kommen dazu: "Simpel" und "Siehst du mich?" zum Thema Mobbing. Konrad und Franziska Till vom Figurentheater kündigen unter anderem "Herr Unverwechselbar" nach einem Buch der Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk an; es geht um Gleichförmigkeit in sozialen Medien.

Der neue Operndirektor Rainer Holzapfel bietet Klassiker wie Puccinis "Tosca" auf, werde sich aber vermehrt modernem Musiktheater widmen. Etwa mit "Flight" von Jonathan Dove oder mit dem Auftragswerk "Tenochtitlan" von Ludger Vollmer, das zusammen mit Mauricio Kagels "Mare Nostrum" an einem Doppelabend gezeigt wird.

Ebenso will Holzapfel Komponistinnen herausstellen. So mit der Kinderoper "Rico, Oscar und die Tieferschatten" von Eva Kuhn und den "Gartenliedern" von Fanny Hensel, eine Outdoor-Produktion, bei der Besucher mit dem Opernchor durch die Natur auf Schloss Wackerbarth spazieren können.

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Die ebenfalls neue Schauspieldirektorin Esther Undisz startet heiter mit der Krimikomödie "Mord auf Schloss Haversham", geht über Brechts "Kaukasischem Kreidekreis" bis zur düsteren Romantik von "Der Sandmann" mit großer Musik. Sie wolle auch Spielstätten außerhalb nutzen, etwa die Kulturfabrik Hoyerswerda mit dem extra dafür konzipierten Stück "Kinder von Hoy".

In der vergangenen Spielzeit erreichte man bei 820 Vorstellungen rund 185.500 Zuschauer

Nathalie Wagner, Chefchoreografin der Tanzsparte, setzt auf Experimente: Für "4 Jahreszeiten" interpretiert sie mit dem Dresdner Komponisten Nikolaus Woernle Vivaldis Musik neu, hat für "Im Namen der Freiheit" ihre Tanzcompany Einreichungen von Palucca-Alumni aussuchen lassen und wird in "Sacre" Strawinsky mit Electronics kontrastieren. Alle Stücke eint die Frage: Wie wollen wir miteinander leben?

Die Landesbühnen stützen sich dabei auf komfortable Zahlen: In der vergangenen Spielzeit erreichte man bei 820 Vorstellungen (davon 225 im Stammhaus) rund 185.500 Zuschauer, etwas mehr als in der Vorsaison. "Wir sind da sehr stabil", freut sich Manuel Schöbel.

Programm unter: www.landesbuehnen-sachsen.de

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