Dresden - Bloß nicht aufs Land: Sachsen setzt bei der Einstellung neuer Lehrkräfte weiterhin dieselben Prioritäten - auch wenn es Anzeichen dafür gibt, dass sich junge Lehrer vermehrt in den Nachbarbundesländern bewerben.
"Wir bleiben bei unserem Kurs. Wir wollen die Bewerber gerne einstellen, aber dort, wo wir sie dringend brauchen", erklärte Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU).
Nach Angaben des Ministeriums in Dresden laufen die Einstellungen aktuell noch. Mehr als 800 Verträge habe man bereits schließen können.
"Darunter befinden sich auch Absolventen aus anderen Bundesländern und Leipziger, die Stellen im Erzgebirge angenommen haben - aber auch an vielen anderen Orten", hieß es.
Hintergrund ist ein Bericht der Leipziger Volkszeitung und der Sächsischen Zeitung, wonach Absolventen des Lehramtsstudiums in Sachsen sich vermehrt in Thüringen und Sachsen-Anhalt bewerben, weil sie nicht in der sächsischen Provinz arbeiten wollen.
Für Thüringen bestätigte das dortige Bildungsministerium einen Anstieg der Bewerbungen aus Sachsen.
Der Lehrermangel in Sachsen hat ein Ablaufdatum. Mit dem Schuljahr 2032/33 sollen die Schülerzahlen Prognosen zufolge sinken. Deshalb will das Ministerium danach und bis 2040 rund 4600 Lehrerstellen abbauen.