Massive Verspätungen zwischen Dresden und Prag: Jetzt reagiert Tschechien

Dresden/Prag - Immer wieder massive Verspätungen: Auf der Bahn-Verbindung zwischen Dresden und Prag brauchten Fahrgäste wegen einer Baustelle zuletzt viel Geduld. Nun gibt es offenbar eine Lösung.

Die Bauarbeiten an der Ervin-Špindler-Brücke in Roudnice nad Labem hatten zuletzt aufgrund eines Schutzmechanismus gravierende Auswirkungen auf den Bahnverkehr zwischen Dresden und Prag. (Archivbild)  © Akron

Ursache für die Verzögerungen war ein Abschnitt im tschechischen Roudnice nad Labem (Raudnitz) unterhalb der Ervin-Špindler-Brücke, die seit mehr als einem Jahr saniert wird.

Zum Schutz von Bauarbeitern und Fußgängern ist dort die Oberleitung abgeschaltet worden. Durch Sicherheitshaken sollte verhindert werden, dass Züge den stromlosen Streckenteil mit gehobenem Stromabnehmer durchfahren.

Das Problem: Sofern Lokführer die Einschränkung übersahen, wurden die Stromabnehmer zur Spannungsunterbrechung rabiat durch die Haken heruntergerissen. Insgesamt 18 Mal ist das passiert - etwa im November oder auch der ersten Januarwoche. Stundenlange Vollsperrungen, Schäden an den Lokomotiven und Umleitungen waren die Folge.

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Als Reaktion darauf hat die staatliche Eisenbahnverwaltung des Nachbarlandes nun Änderungen vorgenommen, wie es in einer Mitteilung heißt. So sind die verhängnisvollen Sicherheitshaken entfernt und stattdessen Teflonstangen zur Isolierung der Oberleitungs-Umgebung montiert worden. Der Schutz von Menschenleben ist damit weiterhin gegeben, jedoch können Komplikationen mit den Loks unterbunden werden.

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Problematik verursachte Spot und Häme

Sicherheitshaken an der Oberleitung sind manchem Stromabnehmer zum Verhängnis geworden. (Archivbild)  © Robert Michael/dpa

Die Sicherheitshaken, die zunächst vehement vom tschechischen Infrastrukturbetreiber als einzige Lösung verteidigt worden sind, haben für viel Spott und Häme gesorgt, wie die Euroregion "Elbe Labe" auf ihrer Website berichtet.

Mittlerweile gibt es sogar ein Lied und ein Computerspiel, wo die Problematik nachgestellt wurde. Wer dabei nicht schnell genug die Stromabnehmer der fahrenden Züge einzieht, verliert.

Laut Eisenbahnverwaltung sollte die Sanierung der Ervin-Špindler-Brücke bereits im Dezember abgeschlossen sein. Der zuständige Investor habe die Fertigstellung jedoch auf April dieses Jahres verschoben.

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