Von Jörg Schurig
Dresden - Hass auf Juden gehört auch in Deutschland zur traurigen Realität. In Sachsen hat die Zahl antisemitischer Straftaten das dritte Jahr in Folge die Marke von 200 überschritten.
Das hat Linke-Politikerin Juliane Nagel (47) unter Berufung auf Antworten offizieller Stellen auf mehrere Anfragen mitgeteilt.
Nagel verwies darauf, dabei seien nur Fälle erfasst, die angezeigt worden seien. Deshalb könne sich die Größenordnung auch durch Nachmeldungen noch verändern.
Im Vergleich zu den beiden Vorjahren - 2023 gab es 275 antisemitische Taten, 2024 dann 258 - ging die Zahl im Vorjahr zwar zurück. Allerdings überschritt sie das dritte Jahr in Folge die Marke von 200.
"Laut der Polizei-Statistik wurden besonders häufig volksverhetzende Parolen und Bedrohungen registriert, und zwar sowohl auf der Straße als auch in Form von Online-Hasspostings. Dabei bleibt es nicht: Verzeichnet sind auch drei gefährliche Körperverletzungen", erklärte Nagel.
Besonders viele Fälle in den Großstädten
"Zuletzt ereigneten sich besonders viele Fälle in Leipzig (43), gefolgt von Dresden (29) und Chemnitz (25) – das entspricht dem leider gewohnten Bild", teilte Nagel mit.
Erneut seien die meisten judenfeindlichen Taten als rechtsmotiviert bewertet (191) worden, sie seien oftmals zugleich als fremdenfeindliche Hasskriminalität eingestuft worden, so Nagel.
Weitere 15 Taten werden auf eine ausländische Ideologie zurückgeführt, sieben auf eine religiöse Ideologie - vor allem Islamismus - und vier auf einen linksmotivierten Hintergrund.
Den Rest habe man nicht eindeutig zuordnen können.